Pfirsiche pochieren und von ihrer samtenen Oberbekleidung befreien ist ein Luxus, den ich mir lange Zeit nur an Sonn- und Feiertagen gönnte. Für das Officelunch oder die schnelle Feierabendsause müssen die Früchte in voller Montur dran glauben. Allerdings hat sich in letzter Zeit hier vermehrt Unmut ob ihrer starken Behaarung breit gemacht. Und auch wenn dieser Sommer nicht gerade das Gelbe vom Ei war: Pelz getragen wird hier bitteschön noch lange nicht.

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Dinge mehrmals zu tun scheint aus der Mode gekommen zu sein. Wahrscheinlich sind wir einfach zu verwöhnt von der schier unendlichen Auswahl an Möglichkeiten, gelockt vom Reiz des ständig Neuen. Wer will schon in der Wiederholungsschleife stecken bleiben, wenn um die Ecke bereits das nächste Abenteuer wartet? Noch mal das Gleiche essen? Schon wieder nach Italien? Zweimal hintereinander den selben Film ansehen ? Wie langweilig. Genau so bin ich eigentlich (auch). Keine Ahnung also, warum ich in letzter Zeit so oft die Repeat-Taste drücke. Als wollte ich die schönen Momente noch einmal erleben. Oder: anders. Und merke dabei gerade: Das tut unendlich gut.

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Habt ihr schon einmal Wasser beim Kochen zugehört? Es hört sich je nach Topfgröße, -material und Füllmenge ganz unterschiedlich an. Purer Zufall, nämlich ein ruhiger Montag Abend, haben mir dieses Faszinosum zu Füßen gelegt. Seitdem bin ich dem Klang siedenden H2O’s verfallen.

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Wäre ich Waldorf-Schülerin gewesen, hätte ich vermutlich darauf gepocht, meine Teller tanzen zu lernen. Die Poesie einer Mahlzeit ist einfach viel zu schillernd, um sie in Vergessenheit geraten zu lassen und was ist schon ein Name gegen die Magie eines herz-, bauch- und augenschmeichelnden Essens? „Balsam für die Seele“ (oder so ähnlich) hätte der Arbeitstitel meines kulinarischen Tanztheaters vielleicht gelautet und nach absolvierter Performance im erdbeerroten Tutu wäre der Vorhang gefallen für ein sommerliches Büffet, mit bestem Balsamico für die Früchtchen, cremigem Büffelmozzarella und auf der Zunge schmelzendem San Daniele-Schinken, und ich hätte Pläne geschmiedet und Teenieträume geträumt: Wenn ich groß bin, werde ich Gemüsechoreographin.

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Dieses Mal, spricht das Kollektiv, wollen wir alles. Hoch aufs Siegertreppchen, rein in die Herzen der Welt und überhaupt: Uns mit Ruhm bekleckern, so richtig. Während unsere Jungs sich also in Brasilien einen abrackern und unter der Sonne schwitzen, heize ich schon mal den Grill an und kleckere mich beim Salat zubereiten mit Gorgonzoladressing voll – Solidaritätsbekundungen sind das große Ding während der WM.

Man darf dieses Jahr also klotzen UND kleckern, auf dem Rasen, vor dem Bildschirm und von mir aus auch während der Küchenaction. Von diesem Dressing sollte man ohnehin eine große Menge auf Vorrat machen, damit man nicht während des Spiels in die Bredouille gerät. Mitfiebern macht schließlich hungrig.

 

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„Weniger ist mehr.“ Wahrscheinlich habe ich diesen Satz hier schon drei Dutzend Mal geschrieben – und mit Sicherheit nur halb so oft gemeint. Zu groß ist meist der Appetit auf die doppelte Portion und das Verlangen nach einem Nachschlag, und eigentlich sind wir doch alle ein bisschen maßlos. Aber manchmal stimmt sie eben doch, diese altkluge Phrase, vor allem jetzt wo der Sommer naht. Da probt man schon mal die Kunst des Weglassens und tastet sich in Richtung Leichtigkeit vor – nicht nur bei der Wahl der Kleidung, sondern auch was jene der Zutaten betrifft.

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„ Rotkäppchensalat mit Erdbeeren“

Als Kind habe ich mich oft gefragt, was für einen Kuchen Rotkäppchen da in seinem Korb hatte, den es zur kranken Großmutter tragen sollte. Donauwelle mit Schokoguss? Erdbeerkuchen? Oder doch eine dicke Käse-Sahne-Torte mit Biscuitboden? Was für mich damals wie die Erfüllung schlaraffenlandähnlicher Träume klang, würde mir heute selbst nach einem so ausdauernden Waldspaziergang wie Wackersteine im Magen liegen. Da halte ich mich doch lieber an den mitgelieferten Rotkäppchen-Sekt… äh, ich meine, den Wein. Oder wie war das gleich noch mal im Original?

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Komm schon, lieber Frühling. Raus aus den Puschen und rein in die leichten Slipper. Ich weiß, offiziell ist dein Auftritt noch gar nicht genehmigt worden, aber du kannst dir doch eine Tarnkappe aufsetzen und dich heimlich still und leise unter die Wintertrolle schmuggeln. Ist ja bald Karneval, da fällt das nicht so auf. Und ich wette, wenn du erstmal deine knackig-feinen Aromen auf den Tisch gepackt hast, hat keiner mehr Lust auf dicke Suppe.
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Wie sich das bei mir so entwickelt hat, „das mit dem Essen und dem Kochen.“ Ich weiß es ja selbst nicht so genau. Trotzdem wollen das immer alle wissen. Und irgendwann stellt man sich die Frage selbst.
Eins ist klar: Ich kann nicht immer essen. Aber ich kann immer über Essen nachdenken. Im Grunde geht das rund um die Uhr. Und am besten klappt es, wenn nachts die Welt den Atem anhält.

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In der Küche bin ich ein Wolf. Oder halt, eigentlich vielmehr ein Fuchs. Gibt doch nichts Schöneres, als sich für zwei, drei Stündchen in seinen Bau zurückzuziehen und in aller Seelenruhe ein Lamm zu reißen an einem neuen Rezept zu tüfteln. Ihr wisst ja: Füchse sind gar keine Rudeltiere.

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