Wenn einer eine Reise tut … sollte er gefälligst die Arbeit zuhause lassen. Ein Spruch, den ich mir eigentlich schon vor langer Zeit hinter die Löffel geschrieben habe. Trotzdem bin ich, weil’s am Ende wieder knapp wurde, mit zwei liegen gebliebenen Texten im Gepäck los geflogen. Kein Wunder, dass ich etwas gebraucht habe, in den Urlaubsmodus reinzurutschen, auch wenn es mir unsere Bleibe für die erste Etappe im Grunde denkbar einfach gemacht hat. Nur der Kopf wollte halt mal wieder nicht wie er sollte.

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Über den Eintritt ins Essigbrätlein ist schon viel geschrieben worden, ich weiß also theoretisch, was mich erwartet. Aber als ich an jenem Freitag vor inzwischen fünf Wochen in der Nürnberger Innenstadt stehe und auf die dunkle Eichentür schaue, halte ich inne. Soll ich tatsächlich an der Klingel ziehen? Oder doch lieber klopfen? Gibt es vielleicht einen Geheimcode? Und: Hätte ich vielleicht lieber ein Outfit mit etwas mehr Folklore-Anteil (Dirndl?!) wählen sollen? Alles sieht so zünftig aus, ein bisschen verschroben, wie aus der Zeit gefallen. Und doch soll das hier eines der kreativsten und innovativsten Restaurants sein, die die Sternegastronomie derzeit zu bieten hat. Irgendwo zwischen ehrfurchtsvoll ergriffen und noch leicht schwindlig von der gerade erst abgeschüttelten Wintergrippe greife ich nach der Kette. Die Tür wird aufgemacht, jemand weist mir den Weg. Der führt über eine hölzerne Treppe hinauf in die gute Stube, wo die foodup.Tafelrunde sich heute Abend versammelt.
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Rot-weiß karierte Tischdecken, dunkle Bistrostühle und schwarz gerahmte Fotografien an den Wänden: Die Seerose ist ein Italiener wie aus dem Bilderbuch und für viele DER Lieblingsitaliener schlechthin. Direkt an der Einflugschneise zum englischen Garten gelegen, kommt man gar nicht um einen Besuch der hübschen Trattoria herum – es sei denn, man macht sich nichts aus cremigem Rotweinrisotto, perfekt gebratener Tagliata oder hausgemachten Kürbisgnocchi.
Auch wenn das Wort überstrapaziert ist, kann man hier getrost von einem „kulinarischem Inventar“ sprechen und an Sonnentagen ist die Seerose – übrigens winters wie sommers – ein Sprudelbecken für Sprizz-süchtige Müßiggänger und die ortsansässige A-, B- und C-Prominenz.

Hier saßen wir schon neben Basti Schweinsteiger und seiner Modelfreundin auf dem Tolix-bestuhlten Freisitz, haben uns die Sommernächte mit Rotwein und Burrata um die Ohren geschlagen oder mittagsmüde den Kopf auf den Tisch und den Löffel ins göttliche Tiramisu sinken lassen. Allen Unkenrufen zum Trotz ist die Seerose aber kein rustikal getarnter Schickimicki-Schuppen, sondern ein Ort zum Wohlfühlen und Fallen lassen, zum Leben, Lachen und Geniessen. Deshalb kommt wohl auch der Schweini hierher.

Das fängt schon beim selbstgebackenen Olivenbrot an, das zusammen mit einer Schale duftenden, samtig schimmernden Öls und (ganz wichtig!) grobem Meersalz gereicht wird.


Es trägt sich fort durch die liebevolle Speisenauswahl, die Evergreens wie Vitello Tonnato oder Penne al Ragù neben kreative Interpretationen italienischer Klassiker stellt. Das „Carpaccio di Manzo Affumicato“ – geräuchertes Carpaccio – mit pikantem Gorgonzola, Birne, Rucola und Balsamico gehört zum Beispiel dazu, ebenso wie das Wildlachs-Tartar mit Kapern, Mascarpone und Apfel. Für Fusion Kitchen-verwöhnte Gaumen gar kein Problem, für orthodoxe Anhänger der cucina italiana durchaus eine ungewöhnliche Zusammenstellung.
Besonders mochte ich eine Kombination aus Cozze (Miesmuscheln), Vongole (Venusmuscheln), Pulpo (Oktopus), Kürbis und Rucola, lauwarm serviert, oder die Gamberoni mit Auberginenmus und Koriander, die ich hier vor ein paar Wochen gegessen habe.

Es gibt ein Menu di Mezzogiorno, also ein täglich wechselndes Mittagsmenü, mit schlichten, bodenständigen Gerichten von Lasagne bis Spaghetti Carbonara, davor Salat, danach Dolce (Dessert). Selbst die soliden Speisen sind immer mit Sorgfalt zubereitet: Man schmeckt die Qualität der Zutaten und die „mamma“ in der Küche bzw. den Köpfen der Köche, denen man beim Zaubern durch die offene Durchreiche zusehen kann.

Überhaupt, das Personal. Das ist den meisten Münchnern ja unglaublich wichtig, besonders beim Italiener. Und tatsächlich tragen hier bis auf einen einzigen Deutschen nur kohlrabenschwarzhaarige Luigis und hübsche Marias die Teller durch die Gegend, ohne Schlips und ohne Kragen, stattdessen mit einer fast schon familiären Herzlichkeit.

Abends geht es speisekartentechnisch etwas feiner zu, wenngleich die Seerösler ungern den Nimbus der cucina casalinga verlassen und bei allen kreativen Spielereien immer die Bodenständigkeit ihrer Küche betonen. Das Etikett Hausmannskost würde ich dennoch anderen Italienern verpassen – die Seerose spielt durchaus eine Liga drüber.

Anschrift und Kontakt:

Seerose – Birreria e Trattoria
Feilitzschstraße 32
80802 München,
Tel 089-461 33 14 20
www.seerose-trattoria.com

Rom im August

Es gibt ein paar Dinge, die man unbedingt mal gemacht haben muss – auch wenn die meisten Menschen einem dabei wahrscheinlich einen Vogel zeigen. Rom im August besuchen gehört (neben Fallschirm springen, Heuschrecken essen, bei 5 ° C in Norwegische Seen springen oder um 4 Uhr morgens den Herd anschmeissen) eindeutig dazu.

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Der Bauch fröstelt, die Lider hängen auf Halbmast, die Seele schreit nach Sonne Streicheleinheiten? Ihr Lieben, gönnt euch was Gutes, geht nicht über Los das Eiscafé, sondern direkt zum Schokoladendealer eures Vertrauens.

Meiner heisst Götterspeise, liegt im kulinarisch-szenigen Hotspot von München, dem Glockenbachviertel und ist wahrlich ein Olymp für Kakaosüchtige (und solche, die es mit Betreten des Ladens sicherlich werden). Weiterlesen »

Ankerklause


Frühstück in Berlin? Keine Ahnung, wo es das beste Omelette der Stadt gibt, aber einen vernünftigen Cortado haben wir in der Ankerklause getrunken, als wir auf der Durchreise eine Nacht bei Freunden blieben. Der Hunger war ohnehin nicht allzu groß, da wir uns am Abend zuvor im berühmt-berüchtigten Punk-Italiener (offiziell bekannt unter dem Namen “Il Casolare”) eine dieser göttlichen, wagenradgroßen Pizzen reingefahren hatten, die einen nach vollbrachter Tat leicht beschwert, aber grundzufrieden in die Kissen sinken lassen.
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Am Wochenende gab’s Musik auf die Ohren!
3 Tage lang Dockville pumpten Serotonine durch den Körper und füllten den leergelebten Glücksspeicher wieder auf.
Meine persönlichen Higlights: Delphic, The Drums, Cats on Fire, Friska Viljor, die Klaxons und Fanfarlo.
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Most wanted: Fruchtradler


Hamburg Sommer 2010.
Essen auf Rädern erreicht nun auch die Generation Ü 30. War abzusehen.

Das Ding fuhr mir neulich den gesamten Weg von der Arbeit nach Hause vor der Nase her. Konnte kaum in die Pedale treten vor Lachen. Dann an der Kreuzung endlich ROT und ich – paparazzilike – zückte reflexartig die Kamera.

Was’n Spaß.

Ich für meinen Teil kauf mir mein Obst lieber selbst, aber wenn man mehr Geld als Zeit hat, kann man seine Aprikosen auch bei Bio-Bob ordern.

Und sagt am Telefon, ihr wollt den netten Typen von der Kelly-Family als Boten. Der hat nach meiner Knips-Aktion nämlich ganz schnell die (Frucht-) Fliege gemacht….

Café mylys


Morgens in Hamburg Eimsbüttel, fast schon Schanze. Traumlage zum Wohnen, sofern man nicht besonders geräuschempfindlich ist.
Ich brauche nur aus der Haustür zu fallen und schon stehen mir sämtliche Möglichkeiten offen kann ich zwischen einer Reihe süßer Cafés, toller Bistros/Restaurants und szeniger Kneipen wählen. Eine Location netter als die andere, aber jede mit ihrem ganz besonderen Charme.

Ins Café mylys gehe ich zum Beispiel gern, wenn ich morgens Lust auf eine dicke, bunte Schüssel Obst mit Joghurt, aber keine Zeit oder Lust zum Schnippeln habe. Noch einen frisch gepressten O-Saft und einen wirklich fantastischen Cappuccino dazu und der Tag kann beginnen.

Während ich meinen Milchschaum löffle, treffen sich nebenan Hamburger Muttis und passionierte DYS-lerinnen zum “Knitting”: Das Cafè mylys ist durch eine Durchgangstür mit einem Strickwarenladen verbunden.

Hin und wieder gönne ich mir hier auch ein Stück Apfeltarte, der wirklich jede einzelne Kalorie wert ist. Und wem eher nach Tee als Kaffee ist, dem steht hier eine breite Auswahl der leckeren Sorten von Samowa offen.


Herzhaftes sowie kleine Gerichte oder Suppen zum Lunch gibt es hier übrigens auch.


Adresse:

mylys

Weidenallee 12
20357 Hamburg
040 41498867

http://mylys.de/shop/

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