Es müsste hier, zuallererst, jetzt wohl ein mit Bedacht formulierter Comeback-Text stehen. Ein kleines „Pardon“ für die lange Sendepause, oder, besser noch, ein hübscher Erklärungsansatz, zu dem ich mich wortreich aufschwinge. Der mein Fortbleiben und die Stille hier auf dem Blog zu rechtfertigen versucht. Und dann in einem Rutsch die Erlebnisse, Gedanken und Gerichte der letzten Monate in sinnvoll verdichteter Form zusammenfasst. Ich habe es ziemlich oft probiert, in Abendstunden, an Sonntagvormittagen, in den seltenen Momenten der Ruhe, mich bemüht, die Rückkehr so lässig wie möglich zu gestalten und mir nicht den Kopf über jedes einzelne Wort zu zerbrechen. Überhaupt: Die Worte wieder zu finden. Aber sie wollten sich einfach nicht richtig anfühlen, Woche für Woche, Monat für Monat, vom Herbst über den Winter bis in den Frühling hinein. Und jetzt ist es Juni. Wenn ich es heute schaffe, diese alte Möhre von Blog endlich wiederzubeleben und auf den „Veröffentlichen“-Knopf zu drücken, werde ich mir ein Glas Wein einschenken und mir selbst zuprosten.
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In manche Gerichte möchte ich mich am liebsten hineinlegen, mit dem Kopf vorneweg, und dann satt und zufrieden darin untergehen. Mögen die anderen ruhig von Mousse au Chocolat gefüllten Badewannen träumen, ich ertrinke lieber in meinem frisch gekochten Cashew-Curry, die flatternde Korianderfahne in der Hand.
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Ganze Fische hab ich nur selten auf dem Teller. Ich scheue oft das Gepule und vor allem den unerlässlichen Gang zur Mülltonne. Das Gemaunze der Nachbarskatzen. Und die Suche nach ordentlicher Qualität. Weil ich Fisch lieber selten, dafür gut esse, gibt es (aller)höchstens alle paar Wochen eine schöne rosafleischige Forelle oder eine würzige Makrele.
Die dicken Fische aber, die kriege ich wirklich nur ganz ganz selten. Und daher auch nur zu besonderen Anlässen. Oder nach durchtanzten Nächten. Wenn um 6.15 Uhr das “Molli” oder der “Pudel” die letzte Bassline durch die Boxen schickt und die Beine samt Kopf allmählich schwer werden, braucht es zwar ein bisschen Überwindung, um bei der Mausekälte noch einen Bummel über den Hamburger Fischmarkt zu machen. Aber nirgendwo macht es mehr Spaß, seine Doraden zu kaufen als hier, wo sich die Druffis und die Draufis der Stadt mit dem fleißigen Volk der Frühaufsteher und Temperaturresistenten vermischen.
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…oder: “Da muss was Leckeres in’s Runde”!
Beim Schreiben dieses Posts fiel mir auf, dass ich einen ausgeprägten Hang zu Untertiteln und Doppelpunkten habe. Außerdem eine Schwäche für Jamie Oliver-Rezepte. Und für Kürbisse.
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Heißhunger auf Mouhamarra (oder Muhammara) plagt mich schon seit Wochen. Das liegt vor allem daran, dass ich hier in Hamburg noch keinen adäquaten Ersatz für meinen Lieblings-Syrer in Leipzig gefunden habe (preislich unschlagbar!). Natürlich an meiner grundsätzlichen (Vor-) Liebe für die orientalische Küche. Und nicht zuletzt an den mundwässernden Fotos von Suse und Christian.

Kann denn Grillen Sünde sein? Nicht, wenn man einen Garten hat. Aber wenn man auf dem französischen Balkon Auberginen, Frühlingszwiebeln und Lamm für Zwei brät und der nächste Balkon 5 Meter weiter beginnt, dann kann das schon mal unangenehm werden. Für die Nachbarn natürlich, nicht für uns.
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Gestern war Donnerstag. Also Markttag. Das heisst, dass es mir so gegen 12.30 Uhr in den Beinen kribbelt, denn ich möchte ja schließlich noch etwas von dem leckeren Bio-Brot vom Vollkornbäcker Effenberger kaufen, das so unglaublich saftig-nussig schmeckt. Und von den leckeren Himbeeren, die heute morgen noch am Strauch hingen, als ich selbst noch in den Seilen hing.
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Es gibt Kochbücher, aus denen ich fast 2/3 der Rezepte nachkoche (oder sagen wir nachkochen möchte), weil sie so fantastisch aussehen und so lecker klingen. Das Buch “Essen ist fertig!” von Jamie Oliver ist so eines. Gekauft in München, reiste es mit mir erst nach Leipzig, dann nach Florenz, und inzwischen ist es auch in Hamburg mit dabei.
Dabei sind die Rezepte eher simpel als raffiniert, so dass es für das ein oder andere Gericht nicht zwingend eine Anleitung bräuchte. Dennoch hab ich es gern im Bücherregal stehen, z.B. wenn ich eine unkreative Phase habe. In 80% der Fälle werde ich fündig oder habe die Zutaten im Haus.
Beim Marokkanischen Bohnensalat dagegen mangelte es stets an der elementaren Zutat: Den Bohnen eben. Semmelbrösel? Kein Problem. Kreuzkümmel, Minze, Joghurt? Alles da. Aber frische breite Bohnen? Die fand ich nie, nicht auf dem Markt und erst Recht nicht im Supermarkt.
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Neulich kam meine Freundin Anna zu Besuch und brachte mein neues Outfit für den Sommer, ein wenig Klatsch&Tratsch und eine Flasche meines Lieblings-Rieslings vom Weingut Winter mit. Den Wein verdanke ich einem glücklichen Griff ins Regal, die Klamotten Annas talentiertem Händchen. Anna ist Modedesignerin, ich passionierte Weintrinkerin. Wir ergänzen uns also prima!
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Eigentlich wurden die Uhren letzte Nacht ja vorgestellt. Mein Biorhythmus aber fühlt sich eher zurückgeworfen. Wie – ist schon wieder Herbst? Der Temperatursturz am Wochenende (oder doch die Zeitumstellung?)! hat mein natürliches Gleichgewicht völlig durcheinandergebracht und den Appetit auf wärmendes, solides Essen wiederbelebt. Dabei hatte ich im letzten Post doch noch von grünem Spargel und leichter Kost erzählt. Pffff – leichte Kost, von wegen. Bei 7°C und Nieselregen muss was Ordentliches her.
Wie gut, dass mein marokkanischer Gemüsemann nebst Erdbeeren und Melone auch noch Kürbisse anbietet. Was könnte es Herbstlicheres geben als Kürbisse?
In diesem Fall war es ein „Butternut“ (Butternuss), der als Basis für das wunderbar sämige Kürbisragout fungierte.

Für die Schärfe sorgte ½ Habanera-Chili (schweisstreibend!), für die Frische etwas Crème fraîche und für den Biss knackige Cashewkerne (der Rest der Schmuggelware aus dem letzten Thailandurlaub). Den absoluten Geschmacksgipfel aber erreicht dieses Gericht durch den frischen Koriander, der kurz vor dem Servieren reichlich über das Ragout gestreut wird.






