„Aha“, sagt mein Gegenüber und blickt mit unverhohlener Skepsis auf seinen Teller. „Und wie genau isst man das jetzt?“ Vor uns liegen zwei wunderbare Exemplare aus Mutter Naturs Pflanzenfundus, distelartige Geschöpfe von graziler Anmut und irisierender Schönheit, wie erdverbundene Seerosen, die ihre Blätter gen Himmel strecken. „Genau so“, sagte ich und zupfe Blatt für Blatt vom runden Kopf, tauche jedes in einen Dip aus Öl, Zitronensaft und etwas Dijonsenf ein und lasse das zarte, feinherbe Fruchtfleisch durch die Zähne gleiten. Ich liebe dieses Gemüse, in jeglicher Form: Gebacken, gebraten, frittiert, geschmort. Sogar roh schmeckt sie unglaublich köstlich: Die Artischocke ist ein kulinarisches Abenteuer.

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Wie besonders eine Liebe wirklich ist, merkt man oft erst, wenn man Abschied nehmen muss. Dann wird noch einmal alles gegeben, ausgekostet, gekämpft, weil man sich im Grunde ein Leben ohne das Objekt der Begierde nicht vorstellen kann. Warum ich das weiß? Weil es mir jedes Jahr aufs Neue so geht. Der Spargel ist meine große Liebe – und trotzdem muss ich ihm immer wieder Adieu sagen.

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Habt ihr schon einmal Wasser beim Kochen zugehört? Es hört sich je nach Topfgröße, -material und Füllmenge ganz unterschiedlich an. Purer Zufall, nämlich ein ruhiger Montag Abend, haben mir dieses Faszinosum zu Füßen gelegt. Seitdem bin ich dem Klang siedenden H2O’s verfallen.

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Über Verstorbene soll man nicht schlecht reden, heißt es:„De mortuis nihil nisi bene“. Daher bleibt mir wohl nur, meinen dahingeschiedenen Pürierstab mit ein paar Dankesworten in die ewigen Jagdgründe hinüber gleiten zu lassen – und mich über meinen Neuzugang zu freuen. Der Neue ist größer, hübscher und stromlinienförmiger und hat deutlich mehr Feuer unterm Hintern, pardon, den Schneidezähnen. Auch wenn die Farbe nicht so ganz in meine Küche passt: Ich glaube, wir werden ein gutes Team.

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Der größte Fehler, den man bei Crostini machen kann? Zu wenige davon zubereiten! Ich bastle meist gleich eine ganze Platte voll, damit sich alle bedenkenlos bedienen können und der Prosecco nicht schon vor dem Hauptgang zu Kopfe steigt. Jetzt, wo der Sommer da ist, wird es sicherlich die ein oder andere feucht-fröhliche ausgelassene Balkonparty in meinem kleinen Himmelsreich geben, oder ich lege mich mit dem Crostini-Paket zu meinen Lieblingsmenschen in die Kleingartenkolonie. Das Leben in der Provinz kann manchmal so wunderbar entschleunigt sein. Ich muss ja nicht IMMER von Event zu Event springen.
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Der Frühling hat dieses Jahr mal wieder das Potential zur gelegentlich frequentierten Durchreisestation. Gestern noch in Mütze und Wintermantel gehüllt, sitze ich heute mit Sonnenbrille und T-Shirt auf dem Balkon und verlese Crodino trinkend Wildkräuter, Spinat und Blüten. Nicht, dass ich etwas gegen Sandalenwetter hätte. Mir wird nur immer leicht schwindelig von allzu schnellen Temperatur- und Speiseplanänderungen. 

 

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Vollwertküche hatte mal das Zeug zum „unsexiest word alive“ – und ist auf einmal ziemlich hip. Was sich hier in Sachen Imagewandel getan hat, kann man durchaus als Erfolgsstory bezeichnen und das kollektive Naserümpfen über Tofukram und Grünkernburger ist längst in ein eifriges Bekenntnis zu moralisch einwandfreier Fitnesskost übergegangen. So spannnend ich es finde, was sich an dieser Front gerade tut, so seltsam finde ich die überaus präsenten Übertrittsbekundungen zu rigorosen Ernährungsprinzipien. Essen als Ersatzreligion? Ist nicht meine Welt. Für mich gilt immer noch: Der Flexitarier genießt und schweigt. Und hört auf seinen voll-wertigen Bauch.

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Selten hat es ein Gericht so schnell vom Teller auf die Seite geschafft. Meist lasse ich nach einem Shooting erst einmal alles stehen und liegen, bis ich mich inspiriert genug für ein paar nicht allzu fade Zeilen fühle. Text UND Bild UND Rezept in einem Rutsch schaffe ich einfach nicht. Aus Gründen.
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Komm schon, lieber Frühling. Raus aus den Puschen und rein in die leichten Slipper. Ich weiß, offiziell ist dein Auftritt noch gar nicht genehmigt worden, aber du kannst dir doch eine Tarnkappe aufsetzen und dich heimlich still und leise unter die Wintertrolle schmuggeln. Ist ja bald Karneval, da fällt das nicht so auf. Und ich wette, wenn du erstmal deine knackig-feinen Aromen auf den Tisch gepackt hast, hat keiner mehr Lust auf dicke Suppe.
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In der Küche bin ich ein Wolf. Oder halt, eigentlich vielmehr ein Fuchs. Gibt doch nichts Schöneres, als sich für zwei, drei Stündchen in seinen Bau zurückzuziehen und in aller Seelenruhe ein Lamm zu reißen an einem neuen Rezept zu tüfteln. Ihr wisst ja: Füchse sind gar keine Rudeltiere.

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