Für meine Nachbarn ist es Runde um Runde ein vernügliches Spektakel, für mich oft ein haarsträubender Balance-Akt mit Peinlichkeitsgefahr. Die Existenz als Foodbloggerin und -fotografin fällt bisweilen unter die Kategorie „most dangerous jobs in the world“ – und das nicht nur, was den (online wie offline) Ruf betrifft. Tatsächlich wäre ich beim Ablichten meiner kulinarischen Kreationen nicht nur einmal fast vom Balkon gekippt. Und auch so habe ich meist alle equipmentbeladenen Hände voll zu tun, um am Ende der ganzen Szenerie den Teller ins rechte Licht und die Dinge ins rechte Lot gerückt zu haben.

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Es ist schon ein paar Monate her, da flatterten auf ein eilig dahingeknipstes und auf die gängigen Kanäle gespeistes Mittagsessensbild hin ein paar nachdrückliche Bitten um Rezeptideen ein. Solche, die man gut vorbereiten und ins Büro mitnehmen kann. Kleine Pausenbeglücker für mittelschwer erkrankte Genusssüchtige. 5-Minuten-Rezepte mit 50-Minuten-Zufriedenheitsgarantie. Für jemanden wie mich (und wahrscheinlich ebenfalls dich) ist nichts schwerer zu ertragen als die gnadenlose Aneinanderreihung angetrockneter Käsestullen und liebloser Supermarktsalate, die das alltagsangekratzte Gemüt mit Lichtgeschwindigkeit in eine rapide Stimmungs- und Blutzuckertalfahrt stürzen. Deshalb gibt es hier jetzt hin und wieder auch mal ein paar schnelle Lunchrezepte aus meinem Tupperbox-Repertoire. Weil’s schee glücklich macht. Und weil jeder Mensch ein Recht auf ein gutes Mittagessen hast – selbst wenn er irgendwo abgeschottet von der Welt in einer Bienenwabe sitzt und nicht mal eben für eine Stunde zum Lieblingsitaliener um die Ecke gehen kann.  

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Über Verstorbene soll man nicht schlecht reden, heißt es:„De mortuis nihil nisi bene“. Daher bleibt mir wohl nur, meinen dahingeschiedenen Pürierstab mit ein paar Dankesworten in die ewigen Jagdgründe hinüber gleiten zu lassen – und mich über meinen Neuzugang zu freuen. Der Neue ist größer, hübscher und stromlinienförmiger und hat deutlich mehr Feuer unterm Hintern, pardon, den Schneidezähnen. Auch wenn die Farbe nicht so ganz in meine Küche passt: Ich glaube, wir werden ein gutes Team.

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In den kommenden Wochen werde ich mich ordentlich am Riemen reißen und den inneren Schweinehund an die Leine legen müssen. Es sind weniger die zehn Kilometer beim Nike We Own the Night-Run Berlin, vor denen ich mich fürchte, als die 21,0975 Kilometer beim RheinEnergieMarathon in Köln. Vielleicht ist der erste Halbmarathon ein wenig so wie das erste Tattoo: Man ist fasziniert davon, plant in Gedanken schon wann, wo und wie – und macht am Ende doch wieder einen Rückzieher. Besser wird es dadurch allerdings nicht: Je länger man wartet, umso heftiger wird die Sehnsucht. Und irgendwann verkehren sich die Pläne in ein Traumbild, das in unerreichbare Ferne rückt.

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Manchmal sind es die kleinen Dinge die zählen. So wie ein paar frische Morcheln auf knusprigem Blätterteig oder die warme Hand des Liebsten in meinem Nacken. Ich vergesse das hin und wieder, vor allem wenn am Horizont so große Pläne stehen. Dann bin ich leicht bis mittelschwer konfus. Und eine wahre Meisterin darin, mich in meinen Zielen zu verheddern.
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Komm schon, lieber Frühling. Raus aus den Puschen und rein in die leichten Slipper. Ich weiß, offiziell ist dein Auftritt noch gar nicht genehmigt worden, aber du kannst dir doch eine Tarnkappe aufsetzen und dich heimlich still und leise unter die Wintertrolle schmuggeln. Ist ja bald Karneval, da fällt das nicht so auf. Und ich wette, wenn du erstmal deine knackig-feinen Aromen auf den Tisch gepackt hast, hat keiner mehr Lust auf dicke Suppe.
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Jahresrückblicke machen mich dann doch nostalgisch. Auf einmal werde ich peinlich emotional und sehe (im Champagnerdelirium natürlich) sepiagefärbte Erinnerungswölkchen an mir vorüberziehen. Ach, da war so manches Highlight dabei im vergangenen Jahr, vom berauschend guten Etxebarri-Degustationsmenü in illustrer Runde über den Bergsteigerratsch mit Otto Koch bis hin zur ersten eigenen Foodfotoausstellung im Rahmen unseres Food Festivals. Gut, nicht alle meine Lieblingsmomente hatten mit Essen zu tun, aber wenn ich so auf meine Hüften schiele, dann sind es augenscheinlich doch recht viele gewesen. Der Rest drehte sich um die kleinen, feinen Glücksmomente, die einem das Leben so unerwartet vor die Füße wirft. Meine Direktive für 2013 war der Resetknopf.

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Als vor knapp drei Wochen Spotify und Lecker.de bei mir (und anderen Foodboggern) anklopften und nach meinem derzeitigen Lieblings-Winterrezept samt zeitlich abgestimmter Playlist fragten, war ich gerade auf besagter Tour de Force und ein wenig überfordert mit der Koordination dieser Aufgabe. Zwar konsumiere ich Musik in mindestens ebenso hohen Dosen wie Kaffe, Riesling oder Honig und würde niemals (niemals!!!) ohne Kopfhörer aus dem Haus gehen. Aber den Herd, auf dem das Lieblings-Winterrezept zwangsläufig entstehen muss, sehe ich momentan ebenso selten wie das Tageslicht. Ich bin einfach viel zu wenig Zuhause.
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Es knirscht zwischen meinen Zähnen, es knarzt zwischen meinen Kiemen, es kribbelt in meiner Nase – was mag das sein?
Ach herrje, ich hab die Pilze nicht richtig geputzt!
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Astronomisch gesehen ist der Sommer ja noch ein Weilchen bei uns zuhause. Kulinarisch gesehen dürfen wir ihm also ruhig noch mal auf die Pelle rücken. Obwohl der Herbst meine liebste Jahreszeit ist und mir beim Gedanken an Kürbissuppe, Steinpilzsoufflé und gegrilltem Radicchio schon das Wasser im Mund zusammenläuft, bin ich doch immer etwas wehmütig, wenn sich die warme Jahreszeit langsam verabschiedet. Vielleicht hatte ich in diesem Jahr auch einfach zu wenig Sonnenschein (und Momente, in denen mir das Wasser den Rücken herunterlief).
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