Seit ich mich am Freitag in der aktuellen Ausgabe der Shape als fleischlose Pflanze wieder entdeckt habe, ist mein Appetit auf Gegrilltes unerträglich groß. Gegrilltes Fleischliches, um genauer zu sein. Schöne Röstaromen, Schenkel, die man abnagen kann, etwas zum lustvollen Kauen und Nachschwelgen. Hmmm! Ich hoffe, jetzt nicht allen vegetarischen Lesern auf die Füße getreten zu sein, aber das ist nun mal die einzig richtige Wahrheit. Auch wenn die nette Redakteurin mich – neben Yotam Ottolenghi, Nicole Just und Attila Hildmann (!!!) – zur kreativen Gemüseköchin gekrönt hat, habe ich auch noch eine andere, dunkle, fleischfressende Seite. In mir steckt nur zu 80% ein Vegetarier, die restlichen 20% fordern ihren verdienten Anteil Fleisch.
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Meine Tage in Göttingen und in meinem alten Job neigen sich allmählich dem Ende zu. Auch wenn meine Vorfreude auf Köln mir täglich das Blut in die Wangen schießen lässt, gibt es natürlich ein paar Dinge, die ich sehr vermissen werde. Lieb gewonnene Kollegen allem voran, die üblichen Scherze und Insiderwitze, die sich in zwei Jahren so einschleichen. Das Vertrautheitsgefühl, um das man anfangs ringt und das man später kaum mehr zur Kenntnis nimmt, weil es sich wie warme Béchamelsauce eine warme Decke über bestimmte Handgriffe und Abläufe und Denkmechanismen gelegt hat. Die überaus fotogene Laderampe mit ihrer cleanen, coolen Industrieoptik, die mir in all der Zeit als Foto-Untergrund treu zur Seite stand.
Und natürlich den Büffelricotta und die vielen leckeren Tomatensughi und die beste Pasta aller Zeiten und die Olivenöle und so weiter.
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The final countdown: Silvester-Phở

Ich bin nicht gerade der klassische Silvestertyp. Groß angekündigte Ereignisse mit Tusch, Böller und Trara lösen in mir oft das Bedürfnis aus, lieber im Kleinen, Stillen zu feiern und die ganze Sache mit der Sause auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Dieses Jahr allerdings muss mal wieder eine standesgemäße Neujahrshuldigung sein, wir begießen das alte ganz ungezwungen in kleiner, feiner Runde und betanzen das neue in etwas größerer. Und ich habe tatsächlich Lust darauf: Auf das Lichtermeer am Himmel, auf die Explosion der Sinne und auf das ein oder andere Feuerwerk in all unseren Herzen, wenn man sich umarmt und gemeinsam in eine neue Runde rüberschwappt.

Man muss das mögen. Ich finde, das steht nicht jedem Jahr. Aber wenn man sich darauf einlässt, kann der kollektive Rummel doch ganz unterhaltsam sein.

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Im Leben gibt es eine einfache Regel: Wenn etwas aus dem Lot zu kommen scheint, dann atme tief durch und mache ein paar Bo La Lot. Man muss die Hürden und Barrieren und diese nervigen Steine, die die nächste Etappe und die Atemwege verstopfen, einfach um den kleinen Finger wickeln. Wenn man mich fragt, sind Wildbetelblätter in solchen Lebenslagen oftmals sogar die bessere Wahl.
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Ich weiß, wir müssen alle erwachsen werden. Aber manchmal wünsche ich mir sehnlichst, ich wäre noch einmal klein. Ich wünsche mir meine Kindheit in Italien zurück, als das Leben noch aus Brombeeren pflücken und einem großen Teller Tortellini in brodo bestand, Zicklein füttern und den Hühnern die Eier klauen keine vorgelesene Fantasie aus dem Bilderbuch war und wir an Ferragosto, dem 15. August, jenem heiligsten aller italienischer Feiertage, morgens bei der Bäuerin um die Ecke Milchkaffee und abends auf dem großen Dorffest ein Mini-Schlückchen Rotwein bekamen. Ich war ein kleines, blondgelocktes Mädchen mit meist aufgeschürften Knien und ich war stolz wie Bolle, zwischen all den großen Jungs aus dem Dorf herumzutoben. Manchmal durfte ich auch eine Runde mit auf dem Motorrad fahren. Und so lange aufbleiben, bis mir von selbst die Augen zufielen.
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Selten hat es ein Gericht so schnell vom Teller auf die Seite geschafft. Meist lasse ich nach einem Shooting erst einmal alles stehen und liegen, bis ich mich inspiriert genug für ein paar nicht allzu fade Zeilen fühle. Text UND Bild UND Rezept in einem Rutsch schaffe ich einfach nicht. Aus Gründen.
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Gerade ist alles irgendwie Burner. Oder Burger? Jedenfalls sehe ich sie zur Zeit überall: Bei Chef Hansen auf dem Blog, in Uwes uferlosem Fundus, bei Oliver Trific im Restaurant (die ganze Geschichte über den Hamburg Hamburger und den London Burger Bash gibt es übrigens hier bei Stevan zu lesen) und wann immer ich Berlin, München, Köln, London und tja, Hamburg besuche. Ich bin jetzt wohl ein Burgergirl. Oder ein Bun-ny? In jedem Fall: Eine Fette Kuh, wenn ich mich nicht bald mal am Riemen reiße.

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Manche Gerichte müssen ganz spontan entstehen. Dann nämlich, wenn man eine absolut geniale, höchst saisonale oder schwer aufzutreibende Zutat („Hirschhornwegerichsalat!“) auf dem Markt ergattert hat und mit einem fetten Grinsen im Gesicht („this made my day“) nach Hause schlendert. Schon während des Drehens und Wendens („was für Schönheiten!“), Prüfens und Probierens („hmm, nussig und würzig“) hat der Kopf die Fantasiemaschinerie angeschmissen und nun rattert das Ding mit Affentempo durch das kulinarische Gedächtnis, reißt hier einen gustatorischen Baum um und hebt dort ein paar (Zubereitungs-) Gewohnheiten aus den Angeln, bis es endlich mit einem lauten Schnauben vor dem Rezepteblock zum Stehen kommt und sich sintflutartig über die Seite ergießt.
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Hallo Sommer. Da bist du ja. Gott, hast DU uns lange zappeln lassen. Seit diesem Jahr weiß ich: Du bist eindeutig männlich. Dabei dachte ich immer, in deiner strahlenden Schönheit eine feminine Note ausgemacht zu haben.
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Es ist mal wieder soweit: Ich blogge heute bei der wunderbaren Dani von butterflyfish.
Hier könnt ihr also auch weiterlesen.

Würde ich in Argentinien leben, gäbe es das hier mindestens zweimal pro Woche, so aber packt mich meist die deutsche Tugendhaftigkeit am Schneewittchen Schlawittchen und holt mich auf den Boden der Speisekammer zurück.
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