Für dieses Gericht braucht man vor allem gutes Rinderfilet, eine hohe Schärfetoleranz und einen Asia-Laden, dessen Thai-Basilikum nicht von Blattläusen befallen ist. Der Rest ist eine Frage der Geduld. Daran mangelt es meist, wenn ich Appetit auf das Cashew-Chili-Rind habe, weil der Hunger zu diesem Zeitpunkt schon bis in den Himmel gewachsen ist.

Dieses Mal scheiterte es allerdings eher am Läuse-Boykott.
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Als ich letzte Woche von der Messe nach Hause kam, fand ich meine betagte Kühlschränkin in einem desaströsen Zustand vor. Die Ärmste hatte sich unter der Last der vergangenen Jahre eine Rippe gebrochen. Sind ja auch wahre Glasknochen, so was kann auf Dauer gar nicht gut gehen. Für die nächsten zwei Stunden war ich voll mit Abtupfen, Verbinden und Trösten beschäftigt und kam verdammt spät ins Bett. Ohnehin schlafe ich in letzter Zeit immer schlechter, weil die alte Lady so laut stöhnt und brummt.
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Mein Gemüsehändler führt seit neuestem Retro-Möhren. Ganz im Stil der 70er Jahre gehalten, sind die kultigen Karotten in knackigem Orange mit violetter Umrandung ein wunderbarer Eye-Catcher für mein Après-Messe-Dinner und zaubern in Windeseile nostalgisches Pop Art-Flair in meinen facettenreichen Wildkräutersalat.
Farblicher Kontrast zur grünen Basis: Zartes Lammfilet in cremigem Nussbraun mit leichtem Rosé-Schimmer. Die wohl dosierten granatapfelroten Tupfer nehmen dem graphisch durchkonzipierten Teller seine optische Strenge und sorgen für das perfekte Dinner – natürlich nur stilecht auf einem original Fiberglass Eames Side Chair DSW.
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Jetzt bin ich leicht verwirrt. Gestern war noch Katerstimmung, heute soll ich schon wieder meinen Grips anschmeißen. Allein die Tatsache, dass mein Wecker um halb 7 Uhr morgens ein Höllentheater veranstaltete, hat mich nahe an den Rand des Wahnsinns gebracht. In meinen Träumen stand ich nämlich noch auf der Tanzfläche, umworben von Motten, äh, ich meine natürlich Männern. Beim Anziehen durfte ich dann feststellen, dass ich tatsächlich Motten habe, aber die fressen nicht mich, sondern meine Kleider.

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Das Göttliche hat einen neuen Namen und es hat ein anderes Wort aus meinem Vokabular verdrängt, von dem ich in letzter Zeit ohnehin immer seltener Gebraucht gemacht habe: Fettarm.

Das neue Wort heisst „Lardo“, ist weiß wie die Unschuld und zart wie Blattgold. Wie also soll etwas so Wunderbares böse sein, frage ich mich, blende die nackten Tatsachen aus und belege erst meine Zunge, dann Fenchel, Pilze und den in Rosmarin eingelegten und soeben mit ordentlich Feuer kurz angebratenen Kaninchenrücken mit den hauchdünnen, fast schon durchsichtigen Lagen. Lagen weißen Fetts.

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Ohne Kirschen wäre die Welt mit Sicherheit ein kleines bisschen trauriger. Sie sind für mich der Inbegriff des Sommers, mehr noch als Erdbeeren, und in gewisser Weise auch die Verkörperung von Freiheit, Abenteuerlust und jugendlicher Unbeschwertheit.

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Ein geschmortes Hähnchen ist nicht unbedingt das kreativste Gericht aller Zeiten. Aber es gibt gute Gründe, von Zeit zu Zeit ein schönes Federvieh in die Röhre zu schieben. Das wissen Italiener, Chinesen, Amerikaner, Briten, carnivore Inder, Franzosen, AT und Christina gleichermaßen. In (fast) jedem Land und Haushalt gibt es so ein Hähnchenrezept, und egal, wie unterschiedlich Rezeptur, Gewürze und Handhabung auch sein mögen, gut wird es immer (vorausgesetzt natürlich, man kann kochen).
Bei mir waren es diesmal die wunderbaren unbehandelten Zitronen, die am Zitronenbäumchen meiner Mutter hingen und nach Verwendung schrien.  Es hat durchaus seine Vorteile, ab und an einen Abstecher bei Muttern zu machen.
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Wie war ich früher neidisch, wenn meine Grundschul-Klassenkameradinnen mit selbstgenähten Klamotten zum Unterricht kamen. Selbstgenäht von Mutti natürlich, auf der Nähmaschine, nach dem neuesten Burda-Schnittmuster. Meine Mama dagegen konnte großartig kochen. Nähen konnte sie nicht so gut.
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Die Pilzsaison ist da! Eigentlich bekommt man sie ja schon länger, aber erst im Spätsommer bzw. Frühherbst ist der Appetit auf frische Pfifferlinge, Steinpilze, Maronen und Egerlinge zum Heißhunger ausgereift und man träumt nachts von heißer Pilzsuppe und Semmelknödel mit Rahmschwammerl. Oder bin ich hier die Einzige, die sich in so was reinlegen könnte?
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Einmal im Jahr überkommen mich Gelüste nach Kalbsleber. Im Leben nicht würde ich Leber einfach so im Restaurant bestellen, wenn ich stattdessen, sagen wir, Lammhüfte haben könnte. Selbst zubereiten? Ach nö. Aber einmal im Jahr brauche ich Eisen, die volle Dröhnung. Kross gebraten muss sie sein, die Kalbsleber, würzig und mit “Vogerlsalat”.
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