Mein Atem ist kurz. Nigel Slater hat jedenfalls einen längeren (Atem!). Ich liebe sein Küchentagebuch, ein über Jahre hinweg entstandenes Werk, und lese zur Zeit immer wieder etappenweise darin. Essen als etwas Alltägliches anzusehen und sich nicht ständig darin zu verkünstleln und dafür zu verbiegen, finde ich angesichts der heutigen Flut an atemberaubend schnell wechselnden Food-Trends und heillos überstylten Fotos als ungeheuer befreiend und angenehm. Ein Mann, ein Herd, ein gutes, ehrliches Essen. Genau das mag ich. Übertragen auf meine abendlichen Rituale also: Eine Frau, ein Glas Wein, eine (denkbar schlichte) Zitronentarte. Weiterlesen »


Warum muss ein Käsekuchen eigentlich immer süß sein? Diese salzige Variante mit knallgrünen Erbsen, aromatischen Kräutern und essbaren Blüten ist ein echter Eyecatcher (nicht nur, aber auch auf der Ostertafel) und schmeckt sowohl als Auftakt eines feinen Menüs als auch zum Brunch. Die Basis ist ein Boden aus Haselnüssen und pikanten Crackern, die wie beim klassischen New York Cheesecake zerkleinert und in die Springform gedrückt werden. Darüber kommt eine sämige Ricottamasse und ganz zum Schluss eine üppige Schicht knackiges Grün. Wilder Fenchel, Borretsch, Spitzwegerich, Brennessel, Malve, Klee- und andere Blüten sind meine Favoriten, aber man kann natürlich auch andere Wildkräuter und essbare Blumen verwenden. Wer keine blühenden Landschaften vor der Haustür hat oder sich nicht so recht an die Staßenrandbepflanzung herantraut, freundet sich am besten noch schnell mit dem netten Gemüsehändler auf dem Wochenmarkt an. Der hat im Zweifelsfall auch die dicksten Erbsen. Frisch aus der Schote snacken macht am meisten Spaß.

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Man könnte es sich natürlich einfach machen. Aber einfach ist langweilig. Und wer will das schon sein. Wahre Größe liegt darin, sich ein Ziel zu setzen – und ein halbes Dutzend Umwege zu nehmen. Dann zurückzublicken, Misserfolge und Rückschläge zu akzeptieren und als kleine Abstecher zu verbuchen. Die Ärmel hochzukrempeln und weiterzumachen. Trotzdem mit diesem, eben dem eigenen Weg, irgendwie zufrieden zu sein.
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Die Woche beginnt mit einem Rezept, das ich seit Herbstbeginn ungefähr 15 Mal getestet habe. Irgendwie musste ich vor mir und meinem Gewissen ja rechtfertigen, dass es schon wieder Flammkuchen gibt. Mit Speck! Und Schmand!! Und Federweisser!!! Es waren nicht die schlechtesten Versuchsreihen, oh nein. Aber immer bestand nach erfolgreich absolvierter Eliminierung des Versuchsobjekts bei der anschließenden Evaluation unter Federweissereinwirkung noch ein flammkuchenteigdünner Restoptimierungsbedarf. Das schlussendliche Ergebnis des Forschungsprojekts wird meine Ausgaben für Walnussmehl und Strom ordentlich in die Höhe treiben. So lange es noch geht außerdem auch jene für Steinpilze, Pfifferlinge und Co. Aber wer braucht schon einen vollen Geldbeutel, wenn er ein volles Herz und einen vollen Magen haben kann?

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Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Hände hoch, ich hab’ hier nämlich noch ein paar Quinoawaffeln auf dem Kuchengitter liegen, knusprig, nussig und so unverschämt gut, dass man sie am liebsten zum festen Morgenritual machen würde. Nur die Riesenportion Butter und die (für gute Waffeln allerdings wirklich unabdingbar!) großzügig dosierte Zuckerzufuhr hält mich davon ab, das Eisen in Zukunft Montag bis Sonntag zu schmieden glühen zu lassen. Allerdings lässt sich letzteres prima durch die teilweise Ersetzung von Kokosblütenzucker und Ahornsirup abmildern Und dann wäre da ja noch die geballte Nährstoffpower von Chiasamen, Chashewmus und Beeren. Das KANN nur gut für mich sein und das schmeckt auch so. An diesem wolkenverhangenen Miststück von Sommeranfangssamstag gab es für uns nichts Besseres, um ganz schnell zurück zur gewohnten Gute-Laue zu finden. Mjam!

 

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Wie besonders eine Liebe wirklich ist, merkt man oft erst, wenn man Abschied nehmen muss. Dann wird noch einmal alles gegeben, ausgekostet, gekämpft, weil man sich im Grunde ein Leben ohne das Objekt der Begierde nicht vorstellen kann. Warum ich das weiß? Weil es mir jedes Jahr aufs Neue so geht. Der Spargel ist meine große Liebe – und trotzdem muss ich ihm immer wieder Adieu sagen.

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Manchmal sind es die kleinen Dinge die zählen. So wie ein paar frische Morcheln auf knusprigem Blätterteig oder die warme Hand des Liebsten in meinem Nacken. Ich vergesse das hin und wieder, vor allem wenn am Horizont so große Pläne stehen. Dann bin ich leicht bis mittelschwer konfus. Und eine wahre Meisterin darin, mich in meinen Zielen zu verheddern.
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Es gibt in der Foodbloggerszene so einige Rezepte, die ihre Kreise gezogen haben. Ich denke da zum Beispiel an die 15-Minuten-Gnocchi von Nicole Stich, die Kalbsbäckchenergüsse von Astrid Paul aka Arthurs Tochter oder die Orecchiette e Broccoli vom gar nicht so anonymen Koch Claudio del Principe. Schwer legendär sind auch diese Mandarinenküchlein, die den Weg von Nigella Lawson über Deb Perelman von Smitten Kitten über Blogpostrekordhalterin Zorra in Arianes Diplomarbeitsprojekt Kulinarische Momentaufnahmen geschafft haben – und damit letzten Endes auch zu mir. Dabei mag ich eigentlich gar keine Muffins. Aber ich mag Nigella. Smitten Kitten. Zorra. Und Ariane.
Von allen weiß ich: Sie haben Geschmack. 

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Dass ich tatsächlich noch zum Backen dieser nicht ganz blitzgeschwinden Tarte gekommen bin, ist ein kleines Wunder, denn die letzten beiden Wochen waren in eine Kette von Ereignissen, Orten und Menschen verstrickt, die das langwierige Hantieren mit kapriziösen Früchten eigentlich verbietet. Man könnte glatt meinen, ich hätte einen Riss im Zeit-Raum-Kontinuum entdeckt, aber dem ist nicht so.

Ich habe lediglich die stärkende Wirkung von Quitten entdeckt. Birnen, ja. Und: Zucker.

Zucker kann ein ungemein hilfreicher Energiespender sein, vor allem in Extremsituationen.
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Wie war das gleich noch mal mit dem Zeitmanagement? Wenn kein Platzerl mehr vorhanden ist, muss man sich ein paar Plätzchen basteln? In meine letzten zwei Wochen passte eigentlich noch nicht mal ein Kekskrümel. Irgendwie habe ich es aber doch noch geschafft, zwischen Businesstrip in Ligurien, Blogst-Konferenz in Essen, 2-Tages-Foto„Praktikum“ in Düsseldorf, Home-Office in Köln und Siemens Blogger Event in München eine respektable Plätzchenproduktion nebst Shooting zu schieben. Freiwillig hätte ich das dieses Jahr wahrscheinlich nicht gemacht (*hüstel*), aber Job ist Job – und für den mache ich immer noch alles.
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