Es gibt in der Foodbloggerszene so einige Rezepte, die ihre Kreise gezogen haben. Ich denke da zum Beispiel an die 15-Minuten-Gnocchi von Nicole Stich, die Kalbsbäckchenergüsse von Astrid Paul aka Arthurs Tochter oder die Orecchiette e Broccoli vom gar nicht so anonymen Koch Claudio del Principe. Schwer legendär sind auch diese Mandarinenküchlein, die den Weg von Nigella Lawson über Deb Perelman von Smitten Kitten über Blogpostrekordhalterin Zorra in Arianes Diplomarbeitsprojekt Kulinarische Momentaufnahmen geschafft haben – und damit letzten Endes auch zu mir. Dabei mag ich eigentlich gar keine Muffins. Aber ich mag Nigella. Smitten Kitten. Zorra. Und Ariane.
Von allen weiß ich: Sie haben Geschmack. 

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Dass ich tatsächlich noch zum Backen dieser nicht ganz blitzgeschwinden Tarte gekommen bin, ist ein kleines Wunder, denn die letzten beiden Wochen waren in eine Kette von Ereignissen, Orten und Menschen verstrickt, die das langwierige Hantieren mit kapriziösen Früchten eigentlich verbietet. Man könnte glatt meinen, ich hätte einen Riss im Zeit-Raum-Kontinuum entdeckt, aber dem ist nicht so.

Ich habe lediglich die stärkende Wirkung von Quitten entdeckt. Birnen, ja. Und: Zucker.

Zucker kann ein ungemein hilfreicher Energiespender sein, vor allem in Extremsituationen.
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Wie war das gleich noch mal mit dem Zeitmanagement? Wenn kein Platzerl mehr vorhanden ist, muss man sich ein paar Plätzchen basteln? In meine letzten zwei Wochen passte eigentlich noch nicht mal ein Kekskrümel. Irgendwie habe ich es aber doch noch geschafft, zwischen Businesstrip in Ligurien, Blogst-Konferenz in Essen, 2-Tages-Foto„Praktikum“ in Düsseldorf, Home-Office in Köln und Siemens Blogger Event in München eine respektable Plätzchenproduktion nebst Shooting zu schieben. Freiwillig hätte ich das dieses Jahr wahrscheinlich nicht gemacht (*hüstel*), aber Job ist Job – und für den mache ich immer noch alles.
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Morgen um diese Zeit sitze ich immer noch am Istanbuler Flughafen und werde mich wahrscheinlich, völlig erschöpft in ein ausgetrocknetes Käsebrot beissend und die Minuten bis zum Weiterflug zählend, für diese dämliche Idee verfluchen. Wer zum Teufel fliegt denn auch zehn verdammte Stunden von München via Türkei nach Tel Aviv, Check-In und Durchcheck-Zeiten noch nicht eingerechnet? Also, naja, ich. Aber das ist jetzt egal. Was zählt, ist das Ziel.

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Lust und Laster: Lavendel-Pinienkern-Tarte


Irgendwann habe ich hier mal meine Pinienkernbeichte abgelegt und mich als Süchtige geoutet. Obsessionen kommen und gehen bei mir in regelmäßigen Abständen, aber diese eine (von vielen) ist mir definitiv geblieben: Ohne Pinienkerne geht bei mir keine Woche rum. Ich habe allerdings aufgehört, mich dafür zu schämen, schließlich machen sie mich glücklich – und gehören somit ebenso wie Rotwein, Kaffee und Schokolade zu den höchst gesundheitsfördernden Lebensmitteln.

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Für ein Picknick ist es jetzt eigentlich schon wieder zu kalt und grau, aber letzte Woche, als der Startschuss für Runde drei von „Post aus meiner Küche“ fiel, sah das Wetter noch ganz anders aus. Bis zum Mittwoch zumindest, hier in München jedenfalls. Aber man kann ja auch eine Wolldecke auf den Wohnzimmerdielen ausbreiten und ein paar frühherbstliche Blätterhäufchen um das Bodenbüffet arrangieren.
Für den Moment zumindest, bis der Indian Summer kommt jedenfalls.
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Astronomisch gesehen ist der Sommer ja noch ein Weilchen bei uns zuhause. Kulinarisch gesehen dürfen wir ihm also ruhig noch mal auf die Pelle rücken. Obwohl der Herbst meine liebste Jahreszeit ist und mir beim Gedanken an Kürbissuppe, Steinpilzsoufflé und gegrilltem Radicchio schon das Wasser im Mund zusammenläuft, bin ich doch immer etwas wehmütig, wenn sich die warme Jahreszeit langsam verabschiedet. Vielleicht hatte ich in diesem Jahr auch einfach zu wenig Sonnenschein (und Momente, in denen mir das Wasser den Rücken herunterlief).
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„Und jetzt bitte noch ein Stückchen Kuchen“, sagt mein Bauch in letzter Zeit oft mit quengeliger Stimme zu mir. Dass er gerade erst vor ein paar Stunden seine Zuckerration bekommen hat, will er natürlich nicht gelten lassen, genauso wenig wie sein bester Kumpel, der Milchkaffee, der, aus seiner dicken Schaummütze blinzelnd, schon ganz ungeduldig nach einem süßen Partner Ausschau hält.

Was soll man da nur machen? Sind sie zu stark, bin ich einfach zu schwach.
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Natürlich wäre ich gerne mitgefahren, in die Hauptstadt des Himmelbaus, der Souks und der weißen Leinengewänder. Stattdessen brachten mir meine Eltern ein dickes Gewürzpaket aus Dubai mit. Naja, nicht das schlechteste Trostpflaster.
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‘Schuldigung, aber könnt ihr mir vielleicht kurz sagen, welche Jahreszeit gerade ist? Irgendwie scheine ich total das Gefühl dafür verloren zu haben, denn ich vergreife mich ständig bei der Wahl der richtigen Ober- und Unterbekleidung. Auch mein Bauch hat beim Wetter-Pingpong der letzten Wochen seinen 7. Sinn eingebüßt und ist chronisch unentschieden: Heute knackig-frischer Salat – oder doch lieber wohlig wärmendes Soulfood? Da kann es schon mal passieren, dass ich den Lachs spontan zu Sushi verarbeitete, aus dem Kopfsalat eine Suppe koche oder den Obstkorb in den Backofen schiebe – natürlich nicht, ohne vorher das störende Flechtwerk zu entfernen.
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