Pfirsiche pochieren und von ihrer samtenen Oberbekleidung befreien ist ein Luxus, den ich mir lange Zeit nur an Sonn- und Feiertagen gönnte. Für das Officelunch oder die schnelle Feierabendsause müssen die Früchte in voller Montur dran glauben. Allerdings hat sich in letzter Zeit hier vermehrt Unmut ob ihrer starken Behaarung breit gemacht. Und auch wenn dieser Sommer nicht gerade das Gelbe vom Ei war: Pelz getragen wird hier bitteschön noch lange nicht.

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„Aha“, sagt mein Gegenüber und blickt mit unverhohlener Skepsis auf seinen Teller. „Und wie genau isst man das jetzt?“ Vor uns liegen zwei wunderbare Exemplare aus Mutter Naturs Pflanzenfundus, distelartige Geschöpfe von graziler Anmut und irisierender Schönheit, wie erdverbundene Seerosen, die ihre Blätter gen Himmel strecken. „Genau so“, sagte ich und zupfe Blatt für Blatt vom runden Kopf, tauche jedes in einen Dip aus Öl, Zitronensaft und etwas Dijonsenf ein und lasse das zarte, feinherbe Fruchtfleisch durch die Zähne gleiten. Ich liebe dieses Gemüse, in jeglicher Form: Gebacken, gebraten, frittiert, geschmort. Sogar roh schmeckt sie unglaublich köstlich: Die Artischocke ist ein kulinarisches Abenteuer.

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Habt ihr schon einmal Wasser beim Kochen zugehört? Es hört sich je nach Topfgröße, -material und Füllmenge ganz unterschiedlich an. Purer Zufall, nämlich ein ruhiger Montag Abend, haben mir dieses Faszinosum zu Füßen gelegt. Seitdem bin ich dem Klang siedenden H2O’s verfallen.

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Wäre ich Waldorf-Schülerin gewesen, hätte ich vermutlich darauf gepocht, meine Teller tanzen zu lernen. Die Poesie einer Mahlzeit ist einfach viel zu schillernd, um sie in Vergessenheit geraten zu lassen und was ist schon ein Name gegen die Magie eines herz-, bauch- und augenschmeichelnden Essens? „Balsam für die Seele“ (oder so ähnlich) hätte der Arbeitstitel meines kulinarischen Tanztheaters vielleicht gelautet und nach absolvierter Performance im erdbeerroten Tutu wäre der Vorhang gefallen für ein sommerliches Büffet, mit bestem Balsamico für die Früchtchen, cremigem Büffelmozzarella und auf der Zunge schmelzendem San Daniele-Schinken, und ich hätte Pläne geschmiedet und Teenieträume geträumt: Wenn ich groß bin, werde ich Gemüsechoreographin.

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„Weniger ist mehr.“ Wahrscheinlich habe ich diesen Satz hier schon drei Dutzend Mal geschrieben – und mit Sicherheit nur halb so oft gemeint. Zu groß ist meist der Appetit auf die doppelte Portion und das Verlangen nach einem Nachschlag, und eigentlich sind wir doch alle ein bisschen maßlos. Aber manchmal stimmt sie eben doch, diese altkluge Phrase, vor allem jetzt wo der Sommer naht. Da probt man schon mal die Kunst des Weglassens und tastet sich in Richtung Leichtigkeit vor – nicht nur bei der Wahl der Kleidung, sondern auch was jene der Zutaten betrifft.

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Der größte Fehler, den man bei Crostini machen kann? Zu wenige davon zubereiten! Ich bastle meist gleich eine ganze Platte voll, damit sich alle bedenkenlos bedienen können und der Prosecco nicht schon vor dem Hauptgang zu Kopfe steigt. Jetzt, wo der Sommer da ist, wird es sicherlich die ein oder andere feucht-fröhliche ausgelassene Balkonparty in meinem kleinen Himmelsreich geben, oder ich lege mich mit dem Crostini-Paket zu meinen Lieblingsmenschen in die Kleingartenkolonie. Das Leben in der Provinz kann manchmal so wunderbar entschleunigt sein. Ich muss ja nicht IMMER von Event zu Event springen.
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Manchmal sind es die kleinen Dinge die zählen. So wie ein paar frische Morcheln auf knusprigem Blätterteig oder die warme Hand des Liebsten in meinem Nacken. Ich vergesse das hin und wieder, vor allem wenn am Horizont so große Pläne stehen. Dann bin ich leicht bis mittelschwer konfus. Und eine wahre Meisterin darin, mich in meinen Zielen zu verheddern.
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Komm schon, lieber Frühling. Raus aus den Puschen und rein in die leichten Slipper. Ich weiß, offiziell ist dein Auftritt noch gar nicht genehmigt worden, aber du kannst dir doch eine Tarnkappe aufsetzen und dich heimlich still und leise unter die Wintertrolle schmuggeln. Ist ja bald Karneval, da fällt das nicht so auf. Und ich wette, wenn du erstmal deine knackig-feinen Aromen auf den Tisch gepackt hast, hat keiner mehr Lust auf dicke Suppe.
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Wie sich das bei mir so entwickelt hat, „das mit dem Essen und dem Kochen.“ Ich weiß es ja selbst nicht so genau. Trotzdem wollen das immer alle wissen. Und irgendwann stellt man sich die Frage selbst.
Eins ist klar: Ich kann nicht immer essen. Aber ich kann immer über Essen nachdenken. Im Grunde geht das rund um die Uhr. Und am besten klappt es, wenn nachts die Welt den Atem anhält.

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Ich hau mal rasch ein Rezept heraus, das mein Herz im Sturm erobert hat. Akuter Anlass ist, ganz unromantisch, mein Beitrag mit Interview und Geflügelleberterrinenbild bei Sternekocher: einem Podium für deutschsprachige Foodblogger, welches mein geschätzter Kollege Steffen Sinzinger ins Leben gerufen hat und an dem ich mich in Zukunft auch ein wenig als Autorin beteiligen werde. Mir imponiert das (ehrenamtliche) Engagement von Steffen ungemein, der es augenscheinlich schafft, dem Universum täglich ein paar Stunden mehr abzuringen oder aber sich bei terminlichen Engpässen temporär duplizieren kann. Das will ich auch können! Irgendeine kleine Lücke zwischen Job, Nebenjob, Blog und Fernbeziehung werde ich schon noch finden.

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