Kochen geht gerade beim besten Willen nicht, zumindest nicht privat. Dass ich heute bei Estella Kochlust in der Kölner Innenstadt zusammen mit den Auberginen brate, ist bei diesen Temperaturen anstrengend genug. Am liebsten würde ich mich gemeinsam mit den Anchovis und dem Büffelmozzarella und dem Sellerie in den Kühlschrank packen. Leider ist der viel zu klein für all das Gemüse und mich. Muss ich also meine Einkäufe sofort verarbeiten und alles aufessen, damit ich später noch eine Chance auf eine kühle Stunde habe – wenn ich zurück von Estella und vom 6. Kölner Reisebloggertreffen bin.

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Es gibt Tage, an denen ist das Leben so hart wie ein zu lange geröstetes Crostino. Und manchmal so federleicht wie Ricotta. Lange Zeit dachte ich, man könne sich das nicht aussuchen, es kütt wie es kütt und was auf den Tisch kommt, muss gegessen werden. In letzter Zeit fühlt sich das allerdings nur noch wie die halbe Wahrheit an. Irgendwo zwischen Leipzig, Hamburg, München, Göttingen und Köln hat sich so etwas wie eine semipermeable Emotionsmembran in mein Leben eingeschlichen – egal wie aufwühlend oder aufregend (oder aussichtslos) die Dinge gerade auch sein mögen, es gibt immer eine Lösung und einen Moment der Klarheit. Und stets einen regen Austausch zwischen meinem Hirn und meinem Herzen. Am Ende ergänzen sich die Teile zu einem sinnvollen Ganzen, wie ein Puzzle. Oder wie eine mit Buchenpilzen, Ricotta und Brunnenkresse belegte Röstbrotscheibe. Klingt ziemlich komisch. Ist aber so.

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Jedes Jahr, von Januar bis Anfang März, tritt die Zitronatzitrone ihren Weg über die Alpen an – und wandert direkt in meine Küche. Von dort aus in mein Herz. Der Weg ist lang, sie startet in Sizilien oder Kampanien, wo sogar ein ganzer Küstenabschnitt, die Costa dei Cedri, nach ihr benannt ist. Die Früchte für diese nette, kleine Vorspeise dagegen stammen von der Amalfiküste. Oder besser gesagt: Diese Frucht, es war nämlich nur eine. „Damals“, im März anno 2104, bin ich auf die wohl größte Cedro meines Lebens gestoßen, in einer kleinen Bar direkt an der Piazza von Agropoli. Mitten im Herzen des Cilento. War natürlich Liebe auf den ersten Blick.

Da gibt es dieses Beweisfoto, das mich immer wieder zum Schmunzeln bringt. 

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Von der Hand in den Mund haben es hier ja schon viele Gerichte in Lichtgeschwindigkeit geschafft, aber vom Teller auf den Blog? Das dauert meist. Hin und wieder aber gibt es Kombinationen, die mich so begeistern, dass ich sie so rasch wie möglich mit euch teilen möchte. Diesen Artischockensalat mit Trüffeln haben wir gestern Abend zubereitet. Geshootet wurde heute, die Reste, in der Mittagspause. Ich glaube, so langsam habe ich alle Untergründe auf dem Firmengelände durch.

Das Besondere an diesem Salat ist seine absolute Perfektion und seine umwerfend elegante Schlichtheit. Wenn man bei Trüffeln von Schlichtheit sprechen kann. Auch Artischocken gelten bei uns als kleiner Luxus. In Italien dagegen sind sie in manchen Regionen fast ein Grundnahrungsmittel, dort isst man Artischocken wie hierzulande Karotten oder Kartoffeln. Ich bin ein riesiger, wenn nicht sogar deutschlandweit der größte Artischockenfan.

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Auch wenn es hier gerade etwas stiller zugeht und verdächtig nach Faulenzerei und Laissez faire aussieht: Im Hintergrund bin ich gerade fleißig. Fett im Arbeitsmodus. Ich habe die Ärmel hochgekrempelt. I just go with the flow. In wenigen Wochen soll hier alles anders aussehen, ich muss mich also ganz schön ranhalten. Der erste Schritt ist schon gemacht, die Basis steht, es gibt ein neues Logo, ein neues Layout, ein paar neue, knackige Ideen. Jetzt muss der alte Lack nur noch abgeschmirgelt werden, damit der neue drauf kann. Ich bin dann mal in der Nachtschicht. Nicht ohne mein Nervenfutter natürlich. Kartoffelchips waren gestern, hier kommen KartoffelSCHALENchips.

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Eigentlich habe ich ja gar keine Lust auf schlanke Kost, auch und erst Recht nicht nach den mit tausendundeins Köstlichkeiten angefüllten letzten Wochen. Trotzdem beginnt mein Bloggerjahr mit einer Single-Portion Salat, immerhin einem meiner Top 5-Wintersalate: Ein Teller voll mit knackigem Fenchel, aromatischen Blutorangen, knusprigen Mandeln und einem herrlich sämigen, fruchtig-herben Sanddorndressing. Seit gestern hänge ich wieder in der Provinz ab, just me and myself, eine Tatsache, die mir im Gegensatz zu diesem feinen Seelentröster nicht unbedingt schmeckt, die aber unervermeidlich ist. Job ist immer noch Job, und auch wenn mein Herz längst in Köln weilt, haben Körper und Geist nach wie vor dort ihren Dienst zu erfüllen, wo ich vor fast zwei Jahren hingezogen bin. 

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Irgend jemand hat meinem Advent ein paar Türchen geklaut. Ich weiß nicht genau, wer es war, aber da fehlen definitiv ein paar in meinem Kalender. Der ist nun aber auch schon etwas eingerostet, das ein oder andere Kästchen knarzt und klemmt, an anderen fehlt der Griff und ich bin nicht sicher, ob er überhaupt befüllt ist. Befüllt mit Zeit, genau um diese geht’s, die ist mir ohnehin viel kostbarer als Schokoladenmänner oder Plätzchen oder was man sonst so goldfadenverschnürt in 24 Tage packt.

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Der Vorsatz, mal für ein paar Wochen kleinere Brötchen Omelettes zu backen und dafür ein wenig in mich zu gehen, wurde bereits Anfang des vergangenen Monats aus den Angeln gehoben. Ich hatte Geburtstag und gegen meine Gewohnheit, diesen Tag eher unspektakulär zu begehen, sah ich mich auf einmal auf einer zweitägigen Party nach Art einer türkischen Hochzeit wieder, inklusive blau getanzter Fußnägel und wilder Umarmungen und Tränen der Rührung, als der harte Kern der Truppe in der winzigen Bude meines Freundes irgendwann zu singen anfing. Man kann über Köln sagen was man will, aber die Kölner, nee, auf die Kölner lass’ ich nichts kommen. Wenngleich auch manchmal ein etwas rauer Wind durch Ehrenfeld weht, so pfeift er dabei wenigstens die Musik, die ich liebe. 

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Die Woche beginnt mit einem Rezept, das ich seit Herbstbeginn ungefähr 15 Mal getestet habe. Irgendwie musste ich vor mir und meinem Gewissen ja rechtfertigen, dass es schon wieder Flammkuchen gibt. Mit Speck! Und Schmand!! Und Federweisser!!! Es waren nicht die schlechtesten Versuchsreihen, oh nein. Aber immer bestand nach erfolgreich absolvierter Eliminierung des Versuchsobjekts bei der anschließenden Evaluation unter Federweissereinwirkung noch ein flammkuchenteigdünner Restoptimierungsbedarf. Das schlussendliche Ergebnis des Forschungsprojekts wird meine Ausgaben für Walnussmehl und Strom ordentlich in die Höhe treiben. So lange es noch geht außerdem auch jene für Steinpilze, Pfifferlinge und Co. Aber wer braucht schon einen vollen Geldbeutel, wenn er ein volles Herz und einen vollen Magen haben kann?

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Help! Wer hält für mich bitte kurz das Kettenkarrusell des Lebens an? Ich hänge gerade in der Arbeits- und Freizeitstressschleife fest und komme vor lauter Einsteigen-Aussteigen nicht dazu, die vielen neuen Rezepte und Erlebnisse der letzten Wochen aufzuschreiben – selbst wenn das ein oder andere Foodpic längst im Kasten ist und sehnlichst auf die Bühne möchte. Eines davon schlummert schon ein wenig länger in der Reservekiste: Es ist schlicht und ergreifend das Side Dish, das Simone und ich um unseren vierten Gang beim Summer of Supper herumgebaut haben. Und ich finde, es verdient auch ohne das Sous Vide gegarte Rumpsteak in der Hauptrolle einen kräftigen Applaus – schließlich hat sogar der kichererbsenkritische Kerl an meiner Seite das mit viel Chlorophyll in Szene gesetzte Hummusgericht ohne Murren mit großem Appetit verspeist.
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