Beim kleinen Kuriositätenladen wurde sie vor geraumer Zeit als ” Socca” gepostet (so heisst sie in Ventimiglia), in der Provinz Imperia nennt man sie “risciolata”. Ich kenne die Kichererbsenfladen aus Ligurien dagegen unter dem Namen  ”Farinata di Ceci” oder auch “Cecina”.

Die Farinata ist ein typisches Arme-Leute-Essen, das aus wenigen und einfachen Zutaten besteht: Kichererbsenmehl, Wasser, Salz und Öl. Manchmal wird auch noch etwas Rosmarin dazu gegeben, um den Fladen etwas mehr Geschmack zu verleihen. Bestreut mit grobem Meersalz ist sie ein wahres Soul-Food – so wie Grießnockerlsuppe, Pasta mit Tomatensoße oder Risotto à la Milanese.
Es gibt sicherlich tausende von Rezepten, die jeweils als das einzig Wahre angepriesen werden. Man kann die Farinata jedoch grob in zwei Arten einteilen – eine Dicke und eine Dünne.

Ich kenne die Farinata sowohl in der dünnen, pfannkuchenartigen Variante (gegessen zum Beispiel in Cinque Terre bei einem Schnellimbiss, zusammengeklappt und in Butterbrotpapier gepackt, dessen Fettflecken den Ölgehalt der Fladen verrieten) als auch in der etwas dickeren, nahrhafteren, die auf einem Backblech im Ofen gebacken wird.
Letztlich ist es eine Frage des Geschmacks, auf welche Art man sie lieber isst. Ich bin ja in der Regel eher für dünn –  das gilt für Pizza ebenso wie für Pasta oder eben auch Farinata.
Dass ich mich hier für die dünne Farinata entschieden habe, hat allerdings eher mit der Quellzeit zu tun, die mit 30 Minuten – im Vergleich zu den 4-10 Stunden des traditionelleren dicken Cecina-Rezeptes –  doch bedeutend geringer ist. Beim nächsten Mal werde ich mich an die “fette Cecina” heranwagen.

Wie im Kuriositätenladen habe auch ich dazu einen bunten Tomatensalat serviert. Hier wurde noch ein wenig Büffelmozzarella in grobe Stücke gezupft und zusammen mit etwas Rucola und einigen Nocken Pesto unter die Tomaten gemischt.

Rezept für “Farinata”, “Cecina”, “Socca” oder” Turtellassu”:

250 g Kichererbsenmehl
1 TL Salz
1/2 TL frisch gemahlener Pfeffer
2 TL fein gehackter frischer Rosmarin
1/2 TL gemahlener Cumin
500 ml Wasser
2 EL Olivenöl
Olivenöl zum Einfetten der Pfanne

Das Kichererbsenmehl zusammen mit den Gewürzen trocken vermischen. Wasser und Olivenöl dazugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verrühren. Abgedeckt für ca. 30 Minuten ruhen lassen.
Den Backofen auf 220°C vorheizen. Etwas Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Hälfte des Teiges einfüllen, sobald das Öl heiß ist. Für ca. 2 Minuten auf der Herdplatte backen, dann die Pfanne in den vorgeheizten Backofen stellen und ungefähr 20 Minuten weiter backen, bis die Socca schön goldbraun und durchgegahrt ist.

Dazu: Ein bunter Tomatensalat, z.B. auch gut mit roten Zwiebeln und viel Basilikum. Oder gemischte Gemüse-Antipasti. Hauptsache frisch!

Für die etwas dickere Variante:

400g Kichererbsenmehl
Salz
5 EL Olivenöl
2 Zweige Rosmarin
4 Knoblauchzehe
grobes Salz und grob gemahlenen Pfeffer zum Bestreuen

Das Kichererbsenmehl mit 1 TL Salz in einer Schüssel mischen. 400 ml kaltes Wasser mit dem Schneebesen unterrühren. Den Teig bei Zimmertemperatur ca. 4 Stunden quellen lassen.
Den Backofen auf 220 °C (Umluft 200°C) vorheizen. Ein Backblech oder – noch besser – ein rundes Pizzablech mit Öl ausstreichen. Rosmarin waschen, Nadeln abzupfen. Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden.
Den Teig noch einmal durchrühren und auf das Backblech gießen. Mit Rosmarin und Knoblauch belegen und mit dem übrigen Öl beträufeln. Grob mit Salz und Pfeffer bestreuen.
Die Fladen im heißen Ofen auf der mittleren Schiene ca. 25 min. Backen. Warm, lauwarm oder abgekühlt servieren.

5 Kommentare zu “Blitzurlaub in Ligurien: Farinata di Ceci”

  1. zorra

    Steht schon lange auf meiner Nachbackliste. Ich hoffe ich komme bald dazu. In Gibraltar gibt es überigens auch eine Varinate davon. Ist ganz schon rumgekommen die Farinata. ;-)

  2. Sophie

    Hallo Zorra,
    tatsächlich? Und wie heisst die Farinata dort?

  3. Farinata di ceci, Kichererbsenfladen « lamiacucina

    [...] der Blogwelt gibt es unzählige Vorlagen, hier nur ein paar wenige: einfachkoestlich, Cucina piccina, Kleiner Kuriositätenladen, Die Lorbeerkrone oder Melogranata. Alle kochen mehr oder weniger nach [...]

  4. Cosimo Patisso

    Ich dachte der Farinata kommt wäre eine Toskana spezialität …
    Dort heisst cecinata, das war jahrelang mein Lieblings Snack

  5. Sophie

    Ciao, benvenuto! ;-)
    Ich habe ein Jahr in Florenz gelebt und die cecinata ist mir dort nicht über den Weg gelaufen. Ich kenne den Fladen tatsächlich nur aus Ligurien – und jetzt hab ich totale Sehnsucht nach einer Farinata ;-)


Schreibe einen Kommentar: