Bittersüßer Abschied

Frei nach dem Motto “Nur wer sich ändert, bleibt sich treu” hat sich mal wieder eine kleine 180°C-Wende in mein Leben geschmuggelt. Ich habe ja schon beim letzten Mal angedeutet, dass meine Zeit in Hamburg abgelaufen ist. Natürlich habe ich gute Gründe dafür (sonst würde ich das wohl kaum machen!), trotzdem bin ich unendlich traurig, meiner Lieblingsstadt plötzlicher als geplant den Rücken kehren zu müssen. Aber gute Gelegenheiten muss man beim Schopf packen, und eine solche ergab sich nun ganz kurzfristig.

Als routinierter Arbeitsnomade war der Umzug logistisch eine Lappalie und das Kistenpacken eine Sache von zwei Tagen. Problematisch wurde es erst, als H. und ich beim Beladen meines altersschwachen Kombis trotz ausgeklügeltem Tetris-System für die sechste Pfanne (und auch ein paar andere, weitaus sperrigere Dinge) beim besten Willen keine Lücke mehr fanden. Auch für meine (einem ausgeprägten Hamstertrieb geschuldeten) Lebensmittel- und Gewürzvorräte musste ein Zwischenlager gefunden werden.

Ich werde also (hoffentlich) zeitnah einen Wochendendtrip in Angriff nehmen, allein schon um meine Kilopackung Fleur de Sel abzuholen und bei schokovida Schokoladennachschub zu organisieren.


Schokolade ist bei derartigen Hauruck-Aktionen ganz klar überlebensnotwendig; wie sonst ließen sich die angespannten Nerven vor dem Burnout retten?! Mit “elbstrand” (Weiße Schokolade mit Blaumohn) und “fischkopp” (Vollmilch mit Kakaobohnensplittern und Meersalz) ist nun auch die kulinarische Untermalung der vorprogrammierten Sehnsuchtsmomente gesichert – und mit Tomte die musikalische.

Und wenn der Vorrat dann zu Neige geht, helfen mir diese zartbittersüßen Schokoladen-Cupcakes von Cynthia Barcomi über den Hamburg-Blues.

Cynthia Barcomi’s Chocolate Cupcakes

Zutaten

  • 280 g Mehl
    120 g Speisestärke
    4 TL Backpulver
    300 g Zucker
    100 g Kakaopulver
    1 Beutel Vanilleback
    2 Prisen Salz
    230 ml Milch
    3 Eier (Kl. M)
    180 g weiche Butter, in Flöckchen

    Für das Chocolate Frosting:
    150 g Zartbitter-Kuvertüre
    250 g weiche Butter
    180 g Puderzucker

Zubereitung

1. Den Ofen auf 180 °C vorheizen. Muffinformen einbuttern und mit Papierförmchen auslegen.

2. Die trockenen Zutaten (Mehl, Speisestärke, Backpulver, Zucker, Kakaopulver, Vanilleback und Salz) miteinander vermischen. Von der Milch 60 ml abnehmen und mit den Eiern verrühren.

3. Butterflocken zu den trockenen Zutaten geben und mit den Rührbesen des Handrührgeräts oder in der Küchenmaschine leicht verrühren, bis eine bröselige Masse entstanden ist. 170 ml Milch zufügen und ca. zwei Minuten unterrühren.

4. Die Eiermilch in drei Etappen kurz (jeweils ca. 15 Sekunden) unter die Teigmasse rühren. Die Cupcake-Masse gleichmäßig in die Förmchen füllen und auf der mittleren Schiene des Backofens ca. 20 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen eine Garprobe machen (es sollte kein Teig mehr am Stäbchen kleben.)

5. Nach dem Backen die Cupcakes in der Form ruhen lassen, nach einer guten Viertelstunde vorsichtig aus den Formen nehmen. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

6. Für das Chocolate Frosting die Kuvertüre in einer Metallschüssel im warmen Wasserbad schmelzen. Die weiche Butter cremig rühren und den Puderzucker unterrühren. Jetzt die Kuvertüre mit einem Teigschaber unterheben. Das Frosting sofort mit einem breiten Messer auf die Cupcakes streichen. Deko nach Geschmack (bei mir nach dem Credo “weniger ist mehr”).

Zubereitungszeit: 45  Minuten

Superschokoladig: 4 Sterne: ★★★★☆

5 Kommentare zu “Bittersüßer Abschied”

  1. KochSchlampe

    Ich muss zugeben, dass mich das Deutsch in Cynthia Barcomis Kochbüchern immer raschelig macht. Und da ich in der privilegierten Situation bin, dass ich in 10 Minuten zum nächsten Barcomi’s gelaufen bin, backe ich nie etwas aus ihren Büchern sondern lasse mich dort bebacken.
    Wo ziehst Du denn hin?

  2. anie's delight

    Hamburg ist auch meine Heimatstadt, die ich immer sehr ungern verlasse…

  3. nata

    Dass der Abschied von Hamburg schwerfällt, kann ich gut nachvollziehen. Ich würde vorschlagen, wir sehen uns gelegentlich dort, am besten wieder beim Bloggertreffen.

  4. Toni

    Wohin geht’s denn? Ich wünsch Dir einen guten Start!

  5. Steffen Sinzinger

    Beim letzten Besuch in Hamburg muß ich eingestehen, mich in diese wunderschöne Stadt vernarrt zu haben. Ein Traum an Architektur und städtischem Charme. Einzig und allein der Verkehr am Bahnhof kann einem Wahlberliner ganz schön kirre machen. Und erst das Kaffeemuseum, hmmmm….
    Sag, in welche Medienstadt soll es denn gehen?


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