Gut, dass ich euch habe. Ich glaube, ohne die vielen appetitanregenden Posts wäre ich gar nicht mehr aus dem Bett gekommen. Man gewöhnt sich ja angeblich an alles, sogar an 20 Stunden Schlaf pro Tag. Auf Dauer ist das natürlich trotzdem nichts, da liegt man sich nur wund. Außerdem wäre es wirklich schade um die vielen frischen Frühlingsgenüsse, die endlich wieder zu haben sind und mit denen ihr mir den Mund wässrig gemacht habt.

Nach 9 Tagen Delirium bin also einigermaßen wiederhergestellt, wenngleich noch etwas wacklig auf den Beinen. Sonntag war out-of-bed-Premiere, was gleich mit einem Freiluft-Radler im Englischen Garten begossen wurde. Alkohol tötet ja bekanntlich alles ab, und der so von bösen Rest-Viren bereinigte Körper kann hoffentlich bald wieder richtig durchstarten. Leider ist der Appetit in den letzten Tagen tatsächlich ein wenig auf der Strecke geblieben, es gilt also kräftig aufzuholen. O-Ton einer Kollegin: „Du siehst irgendwie schmaler aus.“ Wirklich?? SUPER! Dann kann ich ja in den nächsten Tagen ordentlich reinhauen.

Den Anfang macht eine kleine, aber durchaus gehaltvolle Vorspeise, die sich schnell vorbereiten lässt und die man sogar mit Resthalskratzen genießen kann. Vorausgesetzt natürlich, man hat eine reife, weiche Avocado erwischt und nicht einen dieser Gummischläuche, die im Supermarkt als vermeintliches Gemüse verhökert werden. Es muss nicht immer eine Hass-Avocado sein… aber immer öfter.

Eigentlich sollte es eine ganz andere Salsa werden, mit Kumquats und Krabben. Aber wie das Leben so spielt, kam ein anderes Rezept dazwischen, das mich neugierig machte, gerade weil ich mir nicht sicher war, ob ich es mögen würde. Ananas und kandierter Ingwer? Ich hatte so meine Befürchtungen, dass mir diese Kombi zu süß sein würde, deswegen habe ich das Originalrezept ein wenig abgeändert und statt der angegebenen 70 Gramm (!) kandierten Ingwers nur 2 Stücke verwendet, die ich zuvor für 10 Minuten in heißem Wasser eingeweicht habe (hier kamen Zweifel auf, ob ich den richtigen Ingwer erwischt habe, denn im Originalrezept soll der Ingwer abgetropft werden. Ich kenne kandierten Ingwer allerdings nur getrocknet). Änderung Nr. 2 betrifft die gelbe Paprika. Statt der angegebenen rohen Paprika habe ich bereits am Vortag im Ofen geschmorte, gehäutete und in Öl eingelegte Paprika verwendet, die mir ein wenig geeigneter erschienen (und außerdem sowieso verwendet werden mussten).

Und: Es schmeckte tatsächlich! Die cremige Üppigkeit der Avocado passt wirklich sehr gut zur fruchtigen Frische der Ananas, und auch die dezente Süße des kandierten Ingwers spielt hervorragend mit. Unerlässlich ist der Koriander, ich habe außerdem ein paar Blättchen Thai-Basilikum hinein gemogelt. Vielleicht würde ich beim nächsten Mal noch eine Handvoll gehackte Cashewnüsse unter die Salsa mischen, für den Extra-Biss. Das war’s dann aber auch mit den Verbesserungsvorschlägen.

Fazit: Gibt es bald wieder, sobald die nächste perfekt gereifte Avocado meinen Weg kreuzt.

Avocado mit karibischer Ananas-Ingwer-Salsa

Zutaten

  • 1/3 Ananas (ca. 180 g Fruchtfleisch)
  • 2 gelbe Paprikaschoten (ich habe von mir eingelegte verwendet)
  • 1-2 rote Chilischoten (oder 1/4 Habanero)
  • 70 g kandierter Ingwer (mir reichten 2 Stück kandierter Ingwer)
  • Meersalz
  • grüner Pfeffer
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • 2-3 TL Zitronensaft (oder Limette!)
  • 3 EL Macadamianussöl (oder Walnussöl)
  • 1 Bund Koriandergrün
  • 2 große reife Avocados

Zubereitung

1. Die Ananas schälen, den Strunk und die „Augen“ herausschneiden. Das Fruchtfleisch sehr klein würfeln. Bei rohen Paprika: Die Paprika mit dem Sparschäler dünn schälen, halbieren, Stielansatz und die Trennwände samt Kernen herausschneiden. Das Fruchtfleisch in schmale Streifen und dann in Würfel schneiden. Angepasste Version: Ich habe hier bereits im Ofen geschnmorte, gehäutete und eingelegte gelbe Paprika weiterverwendet. Zwar fehlt den Paprika so der Biss, ich wollte aber keine rohen Paprika in der Salsa haben. Die Chilischoten halbieren, entkernen, waschen und sehr fein würfeln. Den kandierten Ingwer mit heißem Wasser überbrühen, ca. 10 Minuten einweichen lassen, dann herausnehmen und in sehr feine Stücke schneiden.

2. Ananas, Paprika, Chili und Ingwer miteinander vermischen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Limettensaft (wenn’s sein muss, auch Zitrone) und Öl untermischen. Mindestens 2 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen.

3. Vor dem Servieren das Koriandergrün abbrausen und vorsichtig trocken schütteln. Die Blättchen und die feinen Stiele hacken und unter die Salsa mischen. Die Avocados längs halbieren, die Kerne herauslösen (geht am besten, wenn man mit einer Gabel fest einsticht und dann vorsichtig daran zieht). Die Avocadohälften mit einem großen Löffel vorsichtig aus der Schale heben, braune Stellen evtl. entfernen.

4. Etwas Salsa in die Vertiefungen häufen, den Rest dazu servieren.

Zubereitungszeit: 30 Minuten (plus 2 Stunden Kühlzeit)

Wow-Effekt: ★★★★★

3 Kommentare zu “Avocado mit karibischer Ananas-Ingwer-Salsa”

  1. nata

    Hey, schön, dass Du wieder unter den Lebenden bist! Diese Avocado ist bestimmt voller Vitamine, mit all dem anderen Zeug darin. Vielleicht war im Rezept sowas wie Ingwer in Sirup gemeint. Das sehe ich schonmal im Asia Shop. Das mit dem Abtropfen würde dann ja passen.

  2. Alex [Chef Hansen]

    Ich hab mich neulich auch wieder mit der Avocado angefreundet und geb sie immer öfter in einen Salat – das hier sieht auch lecker aus – zumal noch Ananas weg müsste…

  3. vincent

    Guten Tag

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