Ich habe Fernweh!

Zerrendes, ziependes, monatelang angestautes Fernweh, das sich je nach Gemütslage gen Osten, Süden oder Norden wendet und meine Heimatliebe auf eine harte Probe stellt. Wäre da nicht die Aussicht auf eine ausgedehnte, sonnige Münchner Biergartensaison 2011 nach fast einer Dekade „Schmankerl“-Abstinenz und die tröstenden Oster-Tage in meiner heimlichen Lieblingsstadt Hamburg mit Picknick an der Alster und Schnitzel im Vienna, ich würde mir glatt die Kapuze meines olivgrünen Parkas über den Kopf ziehen.

Tagträume sind ebenfalls ein probates Mittel. Richtig angewandt, erweisen sie sich als fast so befriedigend wie ein Kokosnuss-Shake. (An dieser Stelle möchte ich meiner Mutter für die Autosuggestions-Kassette danken, die ich mit 14 zum Geburtstag geschenkt bekommen habe).

Ich stelle mir also vor, ich läge am Strand von ..uhm, .. egal, irgendwo in Thailand, Koh Tao, Koh Lipe oder Ko Phi Phi. Hauptsache, ich kann meine Füße im warmen Sand vergraben (meine Füße werden ganz schweeeeeer) und auf das smaragdgrüne Meer blicken, während ich träge tiefenentspannt (ich bin ganz ganz müüüüde) besagten Kokosnuss-Drink schlürfe und an das Abendessen denke.

Wow, es wirkt! Ich bekomme Hunger!

Für eine Blitzreise ist dieser in Limettensaft gebeizte und mit Gin, Pflaumenwein, Thaibasilikum und Koriander aromatisierte Lachs leider nichts, da er gut vorbereitet werden und immer mal wieder „umsorgt“ werden muss. Der Aufwand hält sich aber in Grenzen und das Ergebnis ist beeindruckend anders.

Passt prima dazu: Gebratener Pak Choi.
Geht gar nicht: Billigflieger-Angebote im Spamordner.

Asia-Graved-Lachs mit Wasabi-Honig-Creme

Zutaten

  • Für den gebeizten Lachs:
    2 Lachsfilets mit Haut (à 250 g)
    2 Wacholderbeeren
    2 TL Szechuan-Pfeffer
    2 TL Koriandersaat
    1 grüne Chilischote
    30 g Zucker, 20 g Salz
    3 Bio-Limetten
    1 kleines Bund Thai-Basilikum
    1 kleines Bund Koriander
    6 EL Pflaumenwein
    4 EL Gin
  • Für die Wasabi-Honig-Creme:
    ca. 20 g Wasabi-Paste
    1-2 TL Honig
    ½ TL abgeriebene Bio-Zitronenschale
    150 g Crème fraîche
    Außerdem: Klarsichtfolie

Zubereitung

1. Für den Lachs:
Lachsfilets kalt abspülen und trocken tupfen. Eventuell vorhandene Gräten entfernen. Filets mit der Hautseite nach unten in eine Saftpfanne legen (wer keine hat, nimmt eine tiefe Tupperbox – hat den Nachteil, dass man die Beize öfter über den Lachs gießen muss, da dieser sonst zu trocken wird). Wacholder, Szechuan-Pfeffer und Koriandersaat im Mörser fein zerstoßen. Chilis längs halbieren, entkernen und fein hacken. Alles mit Zucker und Salz mischen und die Lachsfilets damit bestreuen.

2. Von einer Limette die Schale sehr fein abreiben. Von allen Limetten den Saft auspressen, mit der Schale mischen und längs über die Filets gießen. Thai-Basilikumblätter abzupfen und mit dem Korianer (die feinen Stiele ebenfalls verwenden!) fein hacken. Auf den Lachsfilets verteilen, mit Klarsichtfolie bedecken und über Nacht beizen.

3. Am nächsten Tag die Lachsfilets mit Pflaumenwein und Gin beträufeln und dann wenden (Fleischseite nach unten). Mit Klarsichtfolie bedecken und nochmal 24 Stunden beizen; dabei 2-mal wenden.

4. Lachs aus der Beize nehmen, trocken tupfen und in Beuteln vakuumieren (geht auch ohne Vakuumgerät: Die Filets ganz fest in Klarsichtfolie einschlagen). Bis zur weiteren Verwendung kalt stellen.

5. Für die Wasabi-Honig-Creme alle Zutaten miteinander zu einer glatten Creme verrühren. In ein Fläschchen oder Glas füllen, verschließen und bis zur weiteren Verwendung kalt stellen.

6. Zum Servieren die Filets in dünnen Scheiben von der Haut schneiden und mit der Creme servieren.

Quelle: Die asiatische Beize sowie die Wasabi-Honig-Creme entstammen der Essen & Trinken 12/10. Im Originalrezept wird allerdings Zander gebeizt, was mir persönlich ein wenig zu viel Blässe auf dem Teller ist.

Zubereitungszeit: 30 Minuten (plus 24 Stunden Beizzeit!)

Voller Aromen: ★★★★★

8 Kommentare zu “Autosuggestion: Asia-Graved-Lachs mit Wasabi-Honig-Creme”

  1. Arthurs Tochter

    ommmmmhhhhhh….
    ich habe gar keinen Hunger….
    ommmmmhhhhhh….
    mein Magen ist ganz voll….
    ommmmmmhhhhhh…..
    ich konnte Lachs noch nie leiden…..
    ommmmmmmm…..
    OMG, shit, es funktioniert nicht!
    Her mit dem Fisch!

  2. nata

    Zuerst dachte ich, Du wolltest den Fisch mit Gin und Pflaumenwein besoffen machen. Aber bei diesen winzigen Mengen kann der ja sogar noch Auto fahren.

  3. Foodfreak

    Ich glaube wir haben grad ganz ähnliche Anwandlungen: über einen gebeizten Lachs mit Asia-Aromen habe ich auch gerade nachgedacht… klingt sehr lecker!

  4. Christina

    Eine Frau, ein Wort: Leggorrr!

  5. Frau Kampi

    Auch bei mir schlummert(e) ein Fisch in der Beize. Es war eine Lachsforelle in Holunderblüte und Orange. Ich liebe diese Zubereitung, da sie so easy ist. Ich wende da auch nix. Ist aber immer ausreichend Flüssigkeit, so dass nichts austrocknet.
    Nimm doch einfach mal einen Ziploc-Beutel, da kannste das ganze ohne großes Gemantsche problemlos wenden. Luft raus und der Fisch ist immer von Flüssigkeit bedeckt.

  6. Alex

    Na super, jetzt hab ich auch Fernweh!
    Habe noch nie Fisch gebeizt,aber bei diesen Zutaten (wenn ich schon Wasabi und Koriander lese!!) würde ich am liebsten gleich loslegen.
    LG

  7. Alex [Chef Hansen]

    Komm, gib´s zu, du übst schonmal für diesen Thai-Kochwettbewerb! Mit dem Rezept würdest du jedenfalls schonmal ganz weit vorne liegen ;-)

  8. Benjamin Blume

    Ich komm aus dem Staunen nimmer raus :)
    Ich werd mich mal die Tage mehr mit deiner Seite beschäftigen :)
    LG Ben \o/


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