Um den ersten Bärlauch schleiche ich immer herum wie ein Löwe um seine soeben frisch erlegte Beute. Den halben Winter habe ich mir überlegt, was ich damit dieses Frühjahr alles machen werde (und kann). Rezeptausschnitte, To-Cook-Listen und eingemarkerte Kochbuchseiten flattern seit Tagen durch die Wohnung, in meinem Notizbuch stehen ein Dutzend erprobte, aber nicht verbloggte und zwei Dutzend noch zu erprobende Rezepte. Am Ende siegt dann doch immer – ziemlich fatal – die Einfachheit.

Der Mittagsappetit ist meist der Übeltäter, der mich verleitet. Vor lauter Bärenhunger und viel zu lange aufgestauten Bärlauchgelüsten schmeiße ich sämtliche Pläne über den Haufen und lasse den Mixer an. Dabei ist Pesto (das „normale“ eben) gar nicht mal so meins. Bärlauchpesto allerdings – es mag an der kurzen Saison oder der langen Sehnsuchtszeit liegen – geht seltsamerweise immer. Oder immer wieder. Zumindest in der Anfangsphase (irgendwann ist man das Zeug ja doch über). Und so gibt es heute einfach nur gedämpftes und blanchiertes Gemüse mit fix gemixter Frühlingssauce. Die Gier auf Frische und einen Teller voll Grün hatte am Ende mal wieder die Oberhand.

Das allersimpelste, aber auch allerbeste Bärlauchpesto

Zutaten

  • 1 Bund frischer Bärlauch vom Markt
  • 60 g Cashewkerne
  • 80 g Parmesan
  • 100 ml Olivenöl
  • frisch gepresster Zitronensaft (ca. ½ – 1 Zitrone)
  • Fleur de Sel, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

Die Bärlauchblätter gut waschen, Stiele abknipsen. Grob hacken und in der Küchenmaschine zusammen mit den Cashewkernen so fein wie möglich pürieren. Den Parmesan hinzufügen, dann das Öl (am besten in einem feinen Strahl oder portionsweise). Alles gut durchmixen bis eine sämige Paste entstanden ist. Nach Bedarf und Wunsch noch etwas Olivenöl hinzufügen.

In eine Schüssel füllen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss den Zitronensaft (Menge nach individuellem Geschmack) mit einem Schneebesen unterrühren. Die Zitrone sorgt einerseits dafür, dass das Pesto nicht so schnell oxidiert und schön grün bleibt, auf der anderen Seite für einen frischen und leichten Geschmack.

Tipp:
In ein klassisches Pesto Genovese gehören natürlich Pinienkerne. Bei Bärlauchpesto ist schummeln (finde ich zumindest) aber erlaubt. Das feinnussige Aroma passt super zum wilden Knoblauch und ist ein schöner Kontrast zu den dominanten ätherischen Ölen. Der Zitronensaft mildert ein wenig die Schärfe des Bärlauchs.

Das passt dazu:
Gedämpfter Kohlrabi, gebratener Pak Choi oder Mangold, Zuckerschoten, Lauchgemüse, grüner Spargel … und Parmesan.

 


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