Für gute Freunde, die Freitag Nachmittag spontan ihren Wochenendbesuch ankündigen, bereits ausgeklügelte Arbeits- und Freizeitpläne über den Haufen werfen, kulturelle wie intellektuelle Ansprüche stellen und einen Rattenschwanz an Programmpunkten nach sich ziehen…. gibt es bei mir immer einen freien Platz in der Gästeritze und eine offene (Kühlschrank-) Tür.

Es hat ja auch durchaus sein Gutes, für ein paar Stunden aus dem Hamsterrad befreit zu werden. Im Stadtcafé den unübertroffenen Käsekuchen der Patisserie Dukatz genießen dürfen. Interessante Kunstprojekte im Muffatwerk besuchen können. Neue Perspektiven fruchten lassen, alte Erinnerungen hervorkramen, unbekannte Ecken erkunden, Kopf ausschalten, Herz anknipsen. Mandarinen geschenkt bekommen. Sich warm umschlungen fühlen. Und abends den Überschuß an kreativer Energie in leckere Crostini fließen lassen.

Die drei Hübschen hier kamen super bei der illustren Runde an und hätten sich während des gemütlichen Küchen-Dinners ruhig verdoppeln dürfen.

Von links nach rechts auf dem (unteren) Foto zu sehen:

Pilzcrostini mit Frischkäse, Zitronenschale, gebratenen Kräuterseitlingen und Fenchelgrün
Tomatencrostini mit einer Creme aus getrockneten Tomaten, im Ofen halbgetrockneten Thymian-Datterini und Basilikum
Kürbiscrostini mit Ziegenkäse-Schmand-Creme, Kürbismus, Nussbutter und Butternut-Spänen

Natürlich lassen sich die Crostini nach Lust und Laune variieren, aus- oder umbauen.
Unter das Kürbismus passt zum Beispiel auch zerkrümelter Feta oder samtiger Ricotta, auf die Tomatencrostini Parmesanspäne, zu den Pilzen etwas Lardo.
Oder aber man bestreicht sie mit Oliventapenade, Gorgonzola-Birnen-Creme, belegt sie mit gebratenen Auberginenscheiben und Pecorino, Salbei und Parmaschinken, selbst gemachtem Pesto und Pinienkernen …

Bis zur nächsten Küchenparty dürfen die Ideen ruhig noch ein bisschen weitersprudeln.

Crostini Deluxe

So oder anders:

Die Menge der Zutaten richtet sich nach der Menge der Crostini, daher fehlen hier genaue Gramm- und Teelöffel-Angaben.
Eine Zutatenliste habe ich mir ebenfalls gespart – die Crostini dienen eher der Inspiration, nachgebaut werden kann natürlich trotzdem.

Pilzcrostini:
Brotscheiben im Ofen rösten, mit einer halbierten Knoblauchzehe einreiben.
Kräuterseitlinge oder Steinpilze in etwas Öl oder Butter braun braten. Herausnehmen, kurz abkühlen lassen und etwas Zitronenschale darüber hobeln.
Fenchelgrün abzupfen, in kaltes Wasser legen. Vor dem Servieren trocken tupfen.
Crostini mit Frischkäse bestreichen, Pilze darüber legen, salzen und pfeffern und mit dem Fenchelgrün garnieren.

Kürbiscrostini:
Brotscheiben im Ofen rösten (s.o.).
Ziegenkäsecreme: Wer es milder und einfacher mag, nimmt Ziegenfrischkäse, toll schmeckt aber auch diese Creme: Etwas Ziegenrolle mit einer Gabel zerdrücken, so viel Schmand unterrühren, bis die Creme glatt ist. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
Kürbismus: Eine weiche Kürbissorte wie z.B. Muskatkürbis oder Hokkaido schälen (beim Hokkaido nicht nötig), in Stücke schneiden und weich garen. Zu einer glatten Creme pürieren, etwas geriebenen Parmesan, Salsa di Noci und Gewürze wie z.B. Chili, Kardamom und Cumin unterheben.
Kürbisspäne: Gab es schon mal hier, zu Pasta. Machen sich aber auch toll auf Crostini. Von einer harten Kürbissorte wie z.B. Butternut mit dem Sparschäler hauchdünne Späne abschälen. In eine Schüssel geben und mit etwas Olivenöl, Chiliflocken/ Piment d’Espelette, Zitronenabrieb, ein paar Spritzern Zitronensaft und fein gehacktem oder sehr gut zerdrücktem Knoblauch marinieren. Evtl. schon ein paar Stunden vorher einlegen, dann kann der Kürbis ziehen.
Ein paar Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett rösten.
Crostini mit der Ziegenkäsecreme bestreichen, etwas Kürbismus darüber streichen, die Späne nach Lust und Laune auf die Crostini legen, Salsa di Noci-Tupfer und Pinienkerne nicht vergessen, eventuell noch mit Thymianblättchen bestreuen.

Tomatencrostini:
Brotscheiben im Ofen rösten (s.o.).
Tomatencreme aus getrockneten Tomaten gibt es beim Türken fertig zu kaufen, alternativ kann man getrocknete Tomaten in Öl mit etwas Tomatenmark fein pürieren.
Ofentomaten: Backofen auf 120 °C vorheizen. Cherry- oder Datteltomaten halbieren und mit der Schnittfläche nach oben auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Mit Salz, Olivenöl, Thymian und etwas Zucker bestreuen und 30-40 Minuten im Ofen trocknen lassen.
Crostini mit der Tomatencreme bestreichen, mit Ofentomaten und Basilikum belegen. Parmesanhobel machen sich auch gut dazu.

Zubereitungszeit: je nach Topping zwischen 10 und 30 Minuten

Mit einem Happs sind alle weg: ★★★★★

4 Kommentare zu “Aller guten Dinge sind drei: Herbst-Crostini”

  1. Sarah

    GROSSARTIG! So was liebe ich einfach :) Tolle Ideen… zum nachmachen :D

  2. Julia

    Soul food! Ich liebe Crostini auch – vor allem, weil man so herrlich variieren kann. Letzteres ist seeeeehr wichtig, wenn es unter den Gästen Vegetarier, Laktose-Allergiker oder so gibt!

  3. Ulrich

    Und ich hatte zwei Crostini in der Zubereitungsphase wegen meines großen Hungers einfach ohne zu fragen weggemampft. Ich wusste ja nicht, wie arg sie noch verfeinert werden würden. Asche auf mein Haupt.

  4. Sophie

    @ Sarah: Das Simple ist oft das Beste !!!
    @ Julia: Stimmt, man kann sogar jedem Gast seinen personalisierten Crostino machen! :-D
    @ Uli: Pas de problem, ich hab die restlichen Rohlinge ja noch rechtzeitig retten können ;-)


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