Ich weiß nicht, was mich momentan mehr ausnockt: Die inzwischen siebte Bänderzerrung in Folge oder die Badewannentemperaturen da draußen. Wobei ich das Wort „baden“ gerade gar nicht hören mag, denn genau das würde ich ja gerne – darf aber nicht. Nun ja, Not hat schon immer erfinderisch gemacht, und wenn äußere Kühlung schon nicht möglich ist, schafft wenigstens jene von innen Abhilfe.
Bade ich eben in Ajo Blanco und schau mir dabei den Sternenhimmel an.

Nach Sonnenuntergang: Das ist momentan ohnehin die beste Zeit, zumindest bei mir auf dem Balkon. Vor Einbruch der Dunkelheit brauche ich eigentlich gar nicht erst versuchen, diesen Ganzkörperaußengrill zu betreten. Es sei denn, ich will mir die Zehen verbrennen und für immer mit dem nachtblauen Zinkleimverband verschmelzen, der derzeit mein Outfit auf Wasser- und Violetttöne reduziert.

Wenn schon gehandicapt, dann bitte mit Stil!

Und dann wäre da ja noch die Sache mit den Trauben. Astrologiekundig in der weißen Gazpacho platziert, kann man damit wunderbar Unfug treiben, die angeschlagene Stimmung heben und Sternbilder legen.

Hier zum Beispiel, Kassiopeia. Da, der kleine Bär. Und dort, genau: die große Badewanne.

Ajo Blanco

Ajo Blanco ist eine kalte Mandelsuppe mit (viel) Knoblauch, also eine „weiße Gazpacho“, die typisch für Andalusien ist. Gut gekühlt und mit geschälten Weintrauben serviert, ist sie die letzte Rettung an heißen Tagen. Mit eingeweichtem Weißbrot, gemahlenen Mandeln und manchmal auch etwas Milch zubereitet, ist sie reichhaltiger als eine normale Gemüse-Gazpacho, macht dafür aber auch schön satt. Für eine etwas feinere Konsistenz sollte man sie vor dem Servieren unbedingt durch ein Sieb streichen und auch die Mühe des Traubenschälens lohnt sich.

Zutaten

  • 80 g altbackenes Weißbrot
  • 150 g Mandeln ohne Haut, zerkleinert
  • 1-2 mittelgroße Knoblauchzehen (je nach Geschmack)
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Sherry- oder Weißweinessig
  • Salz,
1/2 l Wasser
  • 100 g frische weiße Weintrauben
  • 2 EL blanchierte Mandeln zum Garnieren

Zubereitung

1. Das Weißbrot in dünne Scheiben schneiden, in eine Schüssel geben, mit 40 ml Milch und 40 ml Wasser übergießen und mind. eine halbe Stunde einweichen. Die Knoblauchzehen fein hacken.

2. Eine Hand voll Trauben beiseite legen und mit einem scharfen Messer von der Haut befreien. Die restlichen Weintrauben ca. 1 Min. in kochendem Wasser blanchieren, abschrecken und häuten (man kann die anderen Weintrauben natürlich auch auf diese Weise von ihrer Haut befreien, als Suppeneinlage schmecken sie allerdings besser, wenn sie nicht erwärmt wurden).

3. Die Mandeln können, müssen aber nicht, im Backofen oder einer Pfanne angeröstet werden. Mir ist die Ajo Blanco ohne Röstaromen lieber, da dann das feine Aroma des Olivenöls besser zur Geltung kommt. So oder so: Geröstete oder ungeröstete Mandeln in der Küchenmaschine zerkleinern.

4. Das Weißbrot (und einen Teil der Flüssigkeit) zusammen mit den Mandeln, dem Knoblauch, dem Olivenöl, den blanchierten und gehäuteten Weintrauben sowie dem Essig in der Küchenmaschine fein pürieren. Falls die Konsistenz noch zu breiig ist, mehr Milch und Wasser zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen und für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.

5. Vor dem Servieren so viel (eiskaltes!) Wasser hinzufügen, bis die Ajo Blanco die gewünschte Konsistenz hat. Durch ein Sieb streichen und nochmal kühl stellen.
Mandeln in einer Pfanne ohne Fett rösten.

6. Die Ajo Blanco in tiefe Teller oder Schalen füllen, die geschälten rohen Weintrauben darauf verteilen und das Olivenöl darüber träufeln. Mit den gerösteten Mandeln servieren.

Mit einem Glas Vino Verde ein schöner Auftakt für ein spanisch angehauchtes Sommermenü!

Zubereitungszeit: 30-40 Minuten (plus Kühlzeit)

Zum Dahinschmelzen: ★★★★★

6 Kommentare zu “Ich seh den Sternenhimmel: Ajo Blanco mit Trauben, Mandeln und Olivenöl”

  1. Micha

    Oh, wie schön inszeniert!
    Mir bleibt nur, dir gute Besserung zu wünschen und dabei deine erfrischende Stimmung nicht zu verlieren!

  2. zorra

    Schöner Himmel! Den Mandeln war es aber auch ein bisschen zu heiss. ;-)

    Gute Besserung.

  3. Claus

    Fein Süppchen! Ganz fein Süppchen!!!

  4. Toni

    Also du hast echt nicht nur super Rezepte sondern immer auch soooo schöne Fotos!
    Übrigens war dein Blog einer der ersten, die ich gelesen habe bevor wir selbst einen blog gestartet haben;)
    LG aus Wien!

  5. Tonia

    Ein wirklich “himmlisches” Bild:) Du hast einen sehr schönen Blog, gut, dass ich dich entdeckt habe! Liebe Grüße, Tonia von Backen macht froh

  6. Christa Keister

    Sehr schöner Blog! Christa


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