Weihnachten ist gerade erst mit träger Lässigkeit in die Vergangenheit gerutscht und schon poppen auf allen Seiten massenhaft Ratschläge auf, wie ich die überschüssigen Feiertagspfunde am besten wieder los werde. Für jemanden wie mich, der sich das ganze Jahr über die gebratenen Tauben in den Mund geschoben und mit heißer Schokolade nachgespült hat, klingt das ein wenig lächerlich. Dick werde ich immer noch zwischen Neujahr und Weihnachten – und nicht zwischen Weihnachten und Neujahr.

Tatsächlich war unser Weihnachtsfest dieses Jahr überraschend asketisch. Keine fetten Braten, keine dicken Saucen. Höchstens ein kleiner mitternächtlicher Zwischenstopp am elterlichen Kühlschrank samt Senfsaucenlöffelei und geschwisterlicher Rotweinorgie – fast so wie in dem Film „Familienfest und andere Schwierigkeiten“, in dem sich eine grandiose Holly Hunter zusammen mit ihrem hungrigen Beau die Reste vom Festtagsbraten zwischen die Kiemen schiebt. Herrlich anzuschauen und problemlos nachzuahmen!

Schlechtes Gewissen darf man nach solchen Attacken natürlich nicht haben, das wäre die absolut falsche Strategie. Psychologisch weitaus empfehlenswerter ist da eine gepflegte Kontinuität sowie eine eiserne Trotzhaltung gegenüber guten Vorsätzen. Eine wahre Meisterin dieser Disziplin ist die gute Nata, die bereits im Januar wieder zu hemmungsloser Völlerei aufruft.

Allem Trotz zum Trotze kann es (zumindest mir) nicht schaden, im neuen Jahr ab und an ein wenig kürzer zu treten. Es muss ja nicht gleich eine Sauerkrautsaft-Kur oder ein Rote Beete-Shake werden. Ein schaumiger Mango-Orangen-Smoothie mit frischem Ingwer und einer Prise Pfeffer ist (hoffentlich) genauso effizient und hat den Vorteil, dass man sich nicht unmittelbar nach dem Runterwürgen Verzehr vor der eigenen Askese grausen muss.

Bleibt noch die Qual der Wahl bzw. die Frage nach der idealen Pfeffersorte. Immerhin gibt es gut 700 davon, die wahrscheinlich alle ihre ganz eigene, exotische Note in den Smoothie zaubern würden, wenn man sie denn hätte. Bescheiden wie ich bin, reichten mir beim Abschmecken fürs Erste die paar Pfeffersorten/-mischungen, die ich zur Zeit im Regal stehen habe:

Der indische Tellicherry-Pfeffer schmeckt nussig, scharf und leicht nach roten Pfefferbeeren,
der gestielte Kubebenpfeffer eher süßlich, herb und dezent nach Eukalyptus,
mit dem kräftigeren, indonesischen Langpfeffer wird der Smoothie blumig und feurig,
oder man nimmt einfach eine Mischung aus schwarzen, weißen und roten Pfefferbeeren.

Gute Bezugsquellen für Pfeffer (und andere Gewürze) findet ihr unter anderem hier, hier und hier.

Bei der Dosierung gilt übrigens dieselbe Regel wie beim Formulieren der guten Vorsätze fürs neue Jahr: Bloß nicht zu viel auf einmal!

Mango-Orange-Ingwer-Smoothie

Zutaten

  • 1 große vollreife Mango
    2 Saftorangen
    1/2 Zitrone
    1 Stück Ingwer (etwa 1 cm lang)
    4 EL Rohrohrzucker
    1 Prise Pfeffer nach Wahl

Zubereitung

1. Die Mango schälen, vom Kern befreien und würfeln. Die Orangen und die halbe Zitrone auspressen. Den Ingwer schälen und durch eine Knoblauchpresse in den Zitrussaft drücken (auf diese Weise landen die holzigen Fasern nicht mit im Smoothie).

2. Die Mangostücke mit dem Orangen-Zitronen-Ingwersaft, dem Rohrohrzucker und dem Pfeffer fein pürieren. Auf vier Gläser verteilen, am besten mit einem Eiswürfel gekühlt trinken.

Tipp der Autorin: Noch cremiger wird es, wenn man eine Banane mitpüriert (stimmt, allerdings schmeckt der Smoothie dann auch deutlich intensiver nach … nun ja, Banane.)
Tipp 2: Der Smoothie kann auch als Coulis zu einem lauwarmen Schokoladenkuchen gereicht werden (dann aber bitte ohne schlechtes Gewissen!)

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Sucht nach Frucht: ★★★★★

Quelle: Valérie Lhomme, Rezepte aus dem Obstgarten. 130 kreative Rezepte süß und salzig.

2 Kommentare zu “3, 2, 1, FEUER!!!! Mango-Orange-Ingwer-Smoothie mit Pfeffer”

  1. Micha

    Dem gibt es nichts zuzufügen – das hast du wirklich shön gesagt, bzw. geschrieben. Schließlich und überhaupt macht frau en général nicht nur ZWISCHEN den Jahren mehr aus sich sondern GANZJÄHRIG!

    Alles Gute für dich fürs Kommende
    und bewahr dir deinen Pfeffer :)

  2. Lilly

    Ich wollte neulich mal Pfeffer im Internet bestellen und habe es aus lauter Reizüberflutung/Überforderung dann bleiben lassen. Irgendwie glaube ich, ich brauche alles – und denke dann wieder: “Ach Gott, die Standartmühle reicht doch dicke.” Den Tellicherry-Pfeffer kaufe ich aber, wegen des hübschen Namens, wohl doch noch :)

    Und der Smoothie sieht unglaublich lecker UND Gesund aus. Und so schön bunt, wenn ich so nach draußen gucke….neee, dann gucke ich lieber Smoothie :)

    Liebe Grüße,

    ~ Lilly


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