Mit der Beharrlichkeit asiatischer Leistungssportler schnippelt sich die weibliche Belegschaft meiner Redaktion ihre tägliche Portion Vitamin B, A, E und K in den Mittagssalat. Dabei wird der Verlag weder von einer Avocado-Plantage gesponsert noch leiden wir an Nährstoffmangel. Es handelt sich lediglich um eine schrullige Form von Besessenheit:

Wir sind auf der Suche nach der perfekten Avocado.

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Ein morgendlicher Blick auf den Timeplaner offenbart ganz Fürchterliches: 2012 ist quasi schon morgen und ich habe noch keine Ahnung, wie es aussehen soll. Auf diesen Schock muss ich mich erst mal setzen und etwas Süßes essen. Wobei das eigentlich die falsche Taktik ist, denn 2012 ist mir wie gesagt dicht auf den Fersen und ich habe noch keine Ahnung, wie ICH darin aussehen soll.
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Für gute Freunde, die Freitag Nachmittag spontan ihren Wochenendbesuch ankündigen, bereits ausgeklügelte Arbeits- und Freizeitpläne über den Haufen werfen, kulturelle wie intellektuelle Ansprüche stellen und einen Rattenschwanz an Programmpunkten nach sich ziehen…. gibt es bei mir immer einen freien Platz in der Gästeritze und eine offene (Kühlschrank-) Tür.
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In manche Gerichte möchte ich mich am liebsten hineinlegen, mit dem Kopf vorneweg, und dann satt und zufrieden darin untergehen. Mögen die anderen ruhig von Mousse au Chocolat gefüllten Badewannen träumen, ich ertrinke lieber in meinem frisch gekochten Cashew-Curry, die flatternde Korianderfahne in der Hand.
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Rot-weiß karierte Tischdecken, dunkle Bistrostühle und schwarz gerahmte Fotografien an den Wänden: Die Seerose ist ein Italiener wie aus dem Bilderbuch und für viele DER Lieblingsitaliener schlechthin. Direkt an der Einflugschneise zum englischen Garten gelegen, kommt man gar nicht um einen Besuch der hübschen Trattoria herum – es sei denn, man macht sich nichts aus cremigem Rotweinrisotto, perfekt gebratener Tagliata oder hausgemachten Kürbisgnocchi.
Auch wenn das Wort überstrapaziert ist, kann man hier getrost von einem „kulinarischem Inventar“ sprechen und an Sonnentagen ist die Seerose – übrigens winters wie sommers – ein Sprudelbecken für Sprizz-süchtige Müßiggänger und die ortsansässige A-, B- und C-Prominenz.

Hier saßen wir schon neben Basti Schweinsteiger und seiner Modelfreundin auf dem Tolix-bestuhlten Freisitz, haben uns die Sommernächte mit Rotwein und Burrata um die Ohren geschlagen oder mittagsmüde den Kopf auf den Tisch und den Löffel ins göttliche Tiramisu sinken lassen. Allen Unkenrufen zum Trotz ist die Seerose aber kein rustikal getarnter Schickimicki-Schuppen, sondern ein Ort zum Wohlfühlen und Fallen lassen, zum Leben, Lachen und Geniessen. Deshalb kommt wohl auch der Schweini hierher.

Das fängt schon beim selbstgebackenen Olivenbrot an, das zusammen mit einer Schale duftenden, samtig schimmernden Öls und (ganz wichtig!) grobem Meersalz gereicht wird.


Es trägt sich fort durch die liebevolle Speisenauswahl, die Evergreens wie Vitello Tonnato oder Penne al Ragù neben kreative Interpretationen italienischer Klassiker stellt. Das „Carpaccio di Manzo Affumicato“ – geräuchertes Carpaccio – mit pikantem Gorgonzola, Birne, Rucola und Balsamico gehört zum Beispiel dazu, ebenso wie das Wildlachs-Tartar mit Kapern, Mascarpone und Apfel. Für Fusion Kitchen-verwöhnte Gaumen gar kein Problem, für orthodoxe Anhänger der cucina italiana durchaus eine ungewöhnliche Zusammenstellung.
Besonders mochte ich eine Kombination aus Cozze (Miesmuscheln), Vongole (Venusmuscheln), Pulpo (Oktopus), Kürbis und Rucola, lauwarm serviert, oder die Gamberoni mit Auberginenmus und Koriander, die ich hier vor ein paar Wochen gegessen habe.

Es gibt ein Menu di Mezzogiorno, also ein täglich wechselndes Mittagsmenü, mit schlichten, bodenständigen Gerichten von Lasagne bis Spaghetti Carbonara, davor Salat, danach Dolce (Dessert). Selbst die soliden Speisen sind immer mit Sorgfalt zubereitet: Man schmeckt die Qualität der Zutaten und die „mamma“ in der Küche bzw. den Köpfen der Köche, denen man beim Zaubern durch die offene Durchreiche zusehen kann.

Überhaupt, das Personal. Das ist den meisten Münchnern ja unglaublich wichtig, besonders beim Italiener. Und tatsächlich tragen hier bis auf einen einzigen Deutschen nur kohlrabenschwarzhaarige Luigis und hübsche Marias die Teller durch die Gegend, ohne Schlips und ohne Kragen, stattdessen mit einer fast schon familiären Herzlichkeit.

Abends geht es speisekartentechnisch etwas feiner zu, wenngleich die Seerösler ungern den Nimbus der cucina casalinga verlassen und bei allen kreativen Spielereien immer die Bodenständigkeit ihrer Küche betonen. Das Etikett Hausmannskost würde ich dennoch anderen Italienern verpassen – die Seerose spielt durchaus eine Liga drüber.

Anschrift und Kontakt:

Seerose – Birreria e Trattoria
Feilitzschstraße 32
80802 München,
Tel 089-461 33 14 20
www.seerose-trattoria.com

Es nieselt feucht. Und es feuchtelt mies. Heute morgen war selbst mit hochgeklappter Mönchskapuze der grau-trüben Nebelsuppe nicht beizukommen, obwohl mir der Schal bis zu den Ohren stand. Demnächst muss ich wohl meine Skibrille rauskramen, wenn ich trockenen Auges im Büro ankommen will.

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Warum heute nicht mal ein Geheimnis lüften? Ich fühle mich gerade danach. In letzter Zeit muss ich nämlich des öfteren erklären, wieso meine Fotos inzwischen so… anders sind. Meist antworte ich mit nahe liegenden Erklärungen wie: Festbrennweite, ein bisschen Requisite, der Lernprozess, der nach eineinhalb Jahren Foodbloggerei endlich eingesetzt hat. Die Wahrheit aber ist: Ich fotografiere nur noch bei Tageslicht. Selbst wenn ich dafür um 6 Uhr morgens aufstehen und WanTans frittieren muss.
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