Das Göttliche hat einen neuen Namen und es hat ein anderes Wort aus meinem Vokabular verdrängt, von dem ich in letzter Zeit ohnehin immer seltener Gebraucht gemacht habe: Fettarm.

Das neue Wort heisst „Lardo“, ist weiß wie die Unschuld und zart wie Blattgold. Wie also soll etwas so Wunderbares böse sein, frage ich mich, blende die nackten Tatsachen aus und belege erst meine Zunge, dann Fenchel, Pilze und den in Rosmarin eingelegten und soeben mit ordentlich Feuer kurz angebratenen Kaninchenrücken mit den hauchdünnen, fast schon durchsichtigen Lagen. Lagen weißen Fetts.

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Alice im kulinarischen Wunderland wohnt nach Angaben eines namhaften virtuellen Kartendienstes läppische 17,2 km von mir entfernt. Trotzdem kennen wir uns nicht. Oder sagen wir, wir kennen nur unser jeweiliges digitales Ich.
Das liegt wahrscheinlich an unserer äußerst zeitraubenden zeitintensiven Beschäftigung mit so wichtigen Dingen wie Essen und Kochen. Alice kocht (und isst) täglich, bloggt fast ebenso häufig und engagiert sich ehrenvollst für die Ehrenrettung des Senfes. Ich esse täglich, koche wann immer es mein vollgestopfter Zeitplan ermöglicht, ja und bloggen tu ich natürlich auch. Engagiert. Nicht täglich. Aber ich mag Senf.
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Darf man diesen Traum aus bunten Pflaumen, Mozzarella, Rosmarin und Parmaschinken tatsächlich Pizza nennen? Nun, zumindest steht es so in meinem neuen Kochbuch „Wild Kochen“, an dem ich mich gar nicht satt sehen kann. Und auch bei dieser Pizza zeigten sich in den vergangenen Tagen erstaunlicherweise keine Ermüdungserscheinungen in puncto Magenvolumen oder Speiseplan-Diversität. Pizza kann man schließlich immer essen: Morgens, mittags, abends und nachts.
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Die Zeitspanne, in der ich gleichzeitig würzige Steinpilze und saftige Pfirsiche bekomme, ist denkbar kurz. Entweder sind die Pfirsiche längst über alle Berge oder die Steinpilze so unerschwinglich wie Diamanten. Trotzdem habe ich es bisher noch jedes Jahr geschafft, diese beiden Traumkandidaten für meine ganz private Kochshow zu gewinnen.

Dabei ist meine Liebe zu Kochshows ein wenig ambivalent.
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Ein Tagesausflug raus aufs Land und in den sonnenverwöhnten Garten meiner Eltern füllte am Wochenende den Kühlschrank mit kulinarischen Erstaunlichkeiten aus Mutter Naturs Speisekammer. Bepackt mit Schere, Eimer und Plastikbeuteln schnitt ich Hagebutten von widerspenstigen Sträuchern, krabbelte auf Knien durchs Blumenbeet oder hangelte mich durch Gestrüpp und Gesträuch, um die letzten Holunderbeeren dieses überraschend goldenen Herbstes zu erhaschen.

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Irgendwo zwischen Schützenzelt und Achterbahn ist mir gestern meine Stimme abhanden gekommen. Wahrscheinlich hat sie sich bei der letzten Loopingschleife aus dem Staub gemacht oder aber ist in der Radlermaß ersoffen. Einer der vielen, die man braucht, um die Riesenbrez’n runterzuspülen und den ganzen Wies’n-Wahnsinn zu ertragen, dem ich mich – Exilbayerin erst in Giessen, dann Leipzig, später Florenz und irgendwann in Hamburg – jahrelang erfolgreich entzogen habe.

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