Selten hat es ein Gericht so schnell vom Teller auf die Seite geschafft. Meist lasse ich nach einem Shooting erst einmal alles stehen und liegen, bis ich mich inspiriert genug für ein paar nicht allzu fade Zeilen fühle. Text UND Bild UND Rezept in einem Rutsch schaffe ich einfach nicht. Aus Gründen.
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Über den Eintritt ins Essigbrätlein ist schon viel geschrieben worden, ich weiß also theoretisch, was mich erwartet. Aber als ich an jenem Freitag vor inzwischen fünf Wochen in der Nürnberger Innenstadt stehe und auf die dunkle Eichentür schaue, halte ich inne. Soll ich tatsächlich an der Klingel ziehen? Oder doch lieber klopfen? Gibt es vielleicht einen Geheimcode? Und: Hätte ich vielleicht lieber ein Outfit mit etwas mehr Folklore-Anteil (Dirndl?!) wählen sollen? Alles sieht so zünftig aus, ein bisschen verschroben, wie aus der Zeit gefallen. Und doch soll das hier eines der kreativsten und innovativsten Restaurants sein, die die Sternegastronomie derzeit zu bieten hat. Irgendwo zwischen ehrfurchtsvoll ergriffen und noch leicht schwindlig von der gerade erst abgeschüttelten Wintergrippe greife ich nach der Kette. Die Tür wird aufgemacht, jemand weist mir den Weg. Der führt über eine hölzerne Treppe hinauf in die gute Stube, wo die foodup.Tafelrunde sich heute Abend versammelt.
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Herzhaft in ein Stück Cedro zu beißen und dabei zu beobachten, wie dem Gegenüber die Gesichtsmuskeln entgleiten, macht einen Heidenspaß. Das letzte Mal, dass ich mir diesen erlaubt habe, ist noch gar nicht so lange her und die Reaktion von Stefan war bilderbuchmäßig: Erst verzieht er das Gesicht, dann schaut er auf die frisch aufgeschnittenen, knallgelben Cedri-Scheiben, zuletzt auf mich (die ich genüßlich kaue), bis er schließlich die Frage stellt, die allen Augenzeugen dieses Moments auf der Zunge brennt: „Du isst Zitronen einfach so, wie Äpfel ???!“

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„ Rotkäppchensalat mit Erdbeeren“

Als Kind habe ich mich oft gefragt, was für einen Kuchen Rotkäppchen da in seinem Korb hatte, den es zur kranken Großmutter tragen sollte. Donauwelle mit Schokoguss? Erdbeerkuchen? Oder doch eine dicke Käse-Sahne-Torte mit Biscuitboden? Was für mich damals wie die Erfüllung schlaraffenlandähnlicher Träume klang, würde mir heute selbst nach einem so ausdauernden Waldspaziergang wie Wackersteine im Magen liegen. Da halte ich mich doch lieber an den mitgelieferten Rotkäppchen-Sekt… äh, ich meine, den Wein. Oder wie war das gleich noch mal im Original?

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Komm schon, lieber Frühling. Raus aus den Puschen und rein in die leichten Slipper. Ich weiß, offiziell ist dein Auftritt noch gar nicht genehmigt worden, aber du kannst dir doch eine Tarnkappe aufsetzen und dich heimlich still und leise unter die Wintertrolle schmuggeln. Ist ja bald Karneval, da fällt das nicht so auf. Und ich wette, wenn du erstmal deine knackig-feinen Aromen auf den Tisch gepackt hast, hat keiner mehr Lust auf dicke Suppe.
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Wie sich das bei mir so entwickelt hat, „das mit dem Essen und dem Kochen.“ Ich weiß es ja selbst nicht so genau. Trotzdem wollen das immer alle wissen. Und irgendwann stellt man sich die Frage selbst.
Eins ist klar: Ich kann nicht immer essen. Aber ich kann immer über Essen nachdenken. Im Grunde geht das rund um die Uhr. Und am besten klappt es, wenn nachts die Welt den Atem anhält.

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Ich hau mal rasch ein Rezept heraus, das mein Herz im Sturm erobert hat. Akuter Anlass ist, ganz unromantisch, mein Beitrag mit Interview und Geflügelleberterrinenbild bei Sternekocher: einem Podium für deutschsprachige Foodblogger, welches mein geschätzter Kollege Steffen Sinzinger ins Leben gerufen hat und an dem ich mich in Zukunft auch ein wenig als Autorin beteiligen werde. Mir imponiert das (ehrenamtliche) Engagement von Steffen ungemein, der es augenscheinlich schafft, dem Universum täglich ein paar Stunden mehr abzuringen oder aber sich bei terminlichen Engpässen temporär duplizieren kann. Das will ich auch können! Irgendeine kleine Lücke zwischen Job, Nebenjob, Blog und Fernbeziehung werde ich schon noch finden.

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Es gibt in der Foodbloggerszene so einige Rezepte, die ihre Kreise gezogen haben. Ich denke da zum Beispiel an die 15-Minuten-Gnocchi von Nicole Stich, die Kalbsbäckchenergüsse von Astrid Paul aka Arthurs Tochter oder die Orecchiette e Broccoli vom gar nicht so anonymen Koch Claudio del Principe. Schwer legendär sind auch diese Mandarinenküchlein, die den Weg von Nigella Lawson über Deb Perelman von Smitten Kitten über Blogpostrekordhalterin Zorra in Arianes Diplomarbeitsprojekt Kulinarische Momentaufnahmen geschafft haben – und damit letzten Endes auch zu mir. Dabei mag ich eigentlich gar keine Muffins. Aber ich mag Nigella. Smitten Kitten. Zorra. Und Ariane.
Von allen weiß ich: Sie haben Geschmack. 

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In der Küche bin ich ein Wolf. Oder halt, eigentlich vielmehr ein Fuchs. Gibt doch nichts Schöneres, als sich für zwei, drei Stündchen in seinen Bau zurückzuziehen und in aller Seelenruhe ein Lamm zu reißen an einem neuen Rezept zu tüfteln. Ihr wisst ja: Füchse sind gar keine Rudeltiere.

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Jahresrückblicke machen mich dann doch nostalgisch. Auf einmal werde ich peinlich emotional und sehe (im Champagnerdelirium natürlich) sepiagefärbte Erinnerungswölkchen an mir vorüberziehen. Ach, da war so manches Highlight dabei im vergangenen Jahr, vom berauschend guten Etxebarri-Degustationsmenü in illustrer Runde über den Bergsteigerratsch mit Otto Koch bis hin zur ersten eigenen Foodfotoausstellung im Rahmen unseres Food Festivals. Gut, nicht alle meine Lieblingsmomente hatten mit Essen zu tun, aber wenn ich so auf meine Hüften schiele, dann sind es augenscheinlich doch recht viele gewesen. Der Rest drehte sich um die kleinen, feinen Glücksmomente, die einem das Leben so unerwartet vor die Füße wirft. Meine Direktive für 2013 war der Resetknopf.

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