Liebe Freiluftfanatiker, liebe Sommerhungrige!

Heute will ich eure Hände sehen. Und zwar an der Tastatur, mit Klick ins Kommentarfeld oder dem Zeigefinger auf dem Sende-Button. Der Sommer ist endlich zurück und es gibt etwas zu gewinnen. Biergartenfeeling, feinstes Grillgelage und dazu die Küchenjonglage der besten Guerilleros unter der Sonne. Während „unsere Jungs“ in Brasilien geschwitzt haben, haben die Jungs von der Kitchen Guerilla die Kohlen gewetzt und die Messer gesmoked. Ihr wisst nicht, worum es geht? Der Mobile Biergarten ist wieder da! Und der erste Halt der diesjährigen Tour ist – was sonst – Berlin.

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Hätte mein geschätzter Kochkollege und Kamerad Marco Kramer vom Marieneck nicht den Kölner Summer of Supper ins Leben gerufen, wäre meine seit Jahren dahingurgelnde Idee von „Stadt Land Food“ wohl für immer in der Planungsphase stecken geblieben. Gottseidank aber gibt es gute Freunde und so etwas wie glückliche Fügungen, die einem mit vereinter Kraft einen kleinen Tritt in den Allerwertesten verpassen. So sei es also: Am kommenden Samstag, den 12. Juli, feiert mein erster Supper Club-Abend Premiere, zusammen mit der grandiosen Simone von Pi mal Butter lasse ich für euch im Marieneck in Köln-Ehrenfeld die Teller, Töpfe und die Puppen tanzen.

Die erste gute Nachricht: Es gibt noch ein paar Karten. Und die zweite: Es wird verdammt gut.

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„Aha“, sagt mein Gegenüber und blickt mit unverhohlener Skepsis auf seinen Teller. „Und wie genau isst man das jetzt?“ Vor uns liegen zwei wunderbare Exemplare aus Mutter Naturs Pflanzenfundus, distelartige Geschöpfe von graziler Anmut und irisierender Schönheit, wie erdverbundene Seerosen, die ihre Blätter gen Himmel strecken. „Genau so“, sagte ich und zupfe Blatt für Blatt vom runden Kopf, tauche jedes in einen Dip aus Öl, Zitronensaft und etwas Dijonsenf ein und lasse das zarte, feinherbe Fruchtfleisch durch die Zähne gleiten. Ich liebe dieses Gemüse, in jeglicher Form: Gebacken, gebraten, frittiert, geschmort. Sogar roh schmeckt sie unglaublich köstlich: Die Artischocke ist ein kulinarisches Abenteuer.

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Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Hände hoch, ich hab’ hier nämlich noch ein paar Quinoawaffeln auf dem Kuchengitter liegen, knusprig, nussig und so unverschämt gut, dass man sie am liebsten zum festen Morgenritual machen würde. Nur die Riesenportion Butter und die (für gute Waffeln allerdings wirklich unabdingbar!) großzügig dosierte Zuckerzufuhr hält mich davon ab, das Eisen in Zukunft Montag bis Sonntag zu schmieden glühen zu lassen. Allerdings lässt sich letzteres prima durch die teilweise Ersetzung von Kokosblütenzucker und Ahornsirup abmildern Und dann wäre da ja noch die geballte Nährstoffpower von Chiasamen, Chashewmus und Beeren. Das KANN nur gut für mich sein und das schmeckt auch so. An diesem wolkenverhangenen Miststück von Sommeranfangssamstag gab es für uns nichts Besseres, um ganz schnell zurück zur gewohnten Gute-Laue zu finden. Mjam!

 

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Wie besonders eine Liebe wirklich ist, merkt man oft erst, wenn man Abschied nehmen muss. Dann wird noch einmal alles gegeben, ausgekostet, gekämpft, weil man sich im Grunde ein Leben ohne das Objekt der Begierde nicht vorstellen kann. Warum ich das weiß? Weil es mir jedes Jahr aufs Neue so geht. Der Spargel ist meine große Liebe – und trotzdem muss ich ihm immer wieder Adieu sagen.

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Habt ihr schon einmal Wasser beim Kochen zugehört? Es hört sich je nach Topfgröße, -material und Füllmenge ganz unterschiedlich an. Purer Zufall, nämlich ein ruhiger Montag Abend, haben mir dieses Faszinosum zu Füßen gelegt. Seitdem bin ich dem Klang siedenden H2O’s verfallen.

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Wäre ich Waldorf-Schülerin gewesen, hätte ich vermutlich darauf gepocht, meine Teller tanzen zu lernen. Die Poesie einer Mahlzeit ist einfach viel zu schillernd, um sie in Vergessenheit geraten zu lassen und was ist schon ein Name gegen die Magie eines herz-, bauch- und augenschmeichelnden Essens? „Balsam für die Seele“ (oder so ähnlich) hätte der Arbeitstitel meines kulinarischen Tanztheaters vielleicht gelautet und nach absolvierter Performance im erdbeerroten Tutu wäre der Vorhang gefallen für ein sommerliches Büffet, mit bestem Balsamico für die Früchtchen, cremigem Büffelmozzarella und auf der Zunge schmelzendem San Daniele-Schinken, und ich hätte Pläne geschmiedet und Teenieträume geträumt: Wenn ich groß bin, werde ich Gemüsechoreographin.

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Dieses Mal, spricht das Kollektiv, wollen wir alles. Hoch aufs Siegertreppchen, rein in die Herzen der Welt und überhaupt: Uns mit Ruhm bekleckern, so richtig. Während unsere Jungs sich also in Brasilien einen abrackern und unter der Sonne schwitzen, heize ich schon mal den Grill an und kleckere mich beim Salat zubereiten mit Gorgonzoladressing voll – Solidaritätsbekundungen sind das große Ding während der WM.

Man darf dieses Jahr also klotzen UND kleckern, auf dem Rasen, vor dem Bildschirm und von mir aus auch während der Küchenaction. Von diesem Dressing sollte man ohnehin eine große Menge auf Vorrat machen, damit man nicht während des Spiels in die Bredouille gerät. Mitfiebern macht schließlich hungrig.

 

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Über Verstorbene soll man nicht schlecht reden, heißt es:„De mortuis nihil nisi bene“. Daher bleibt mir wohl nur, meinen dahingeschiedenen Pürierstab mit ein paar Dankesworten in die ewigen Jagdgründe hinüber gleiten zu lassen – und mich über meinen Neuzugang zu freuen. Der Neue ist größer, hübscher und stromlinienförmiger und hat deutlich mehr Feuer unterm Hintern, pardon, den Schneidezähnen. Auch wenn die Farbe nicht so ganz in meine Küche passt: Ich glaube, wir werden ein gutes Team.

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„Weniger ist mehr.“ Wahrscheinlich habe ich diesen Satz hier schon drei Dutzend Mal geschrieben – und mit Sicherheit nur halb so oft gemeint. Zu groß ist meist der Appetit auf die doppelte Portion und das Verlangen nach einem Nachschlag, und eigentlich sind wir doch alle ein bisschen maßlos. Aber manchmal stimmt sie eben doch, diese altkluge Phrase, vor allem jetzt wo der Sommer naht. Da probt man schon mal die Kunst des Weglassens und tastet sich in Richtung Leichtigkeit vor – nicht nur bei der Wahl der Kleidung, sondern auch was jene der Zutaten betrifft.

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