Man könnte es sich natürlich einfach machen. Aber einfach ist langweilig. Und wer will das schon sein. Wahre Größe liegt darin, sich ein Ziel zu setzen – und ein halbes Dutzend Umwege zu nehmen. Dann zurückzublicken, Misserfolge und Rückschläge zu akzeptieren und als kleine Abstecher zu verbuchen. Die Ärmel hochzukrempeln und weiterzumachen. Trotzdem mit diesem, eben dem eigenen Weg, irgendwie zufrieden zu sein.
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Kurzes Status Update (Thema Umzug): Ich würde mal sagen dit läuft. Die Uhr tickt zwar und ich habe bis zum finalen LKW-Loading noch ein straffes Packprogramm nach Feierabend auf dem Zettel stehen. Aber der Kerl der Kerle ist ein 1 A Strippenzieher hinter den Kulissen und nimmt mir ganz viel Orga-Arbeit und die Ängste vor dem Zusammenbruch des ambitionierten Zeitplans ab. Trotzdem, wir werden ganz schön schwitzen, wenn am Samstag um 8 Uhr der Lastenkran auf der Bildfläche erscheint. Ihr erinnert euch vielleicht, die Couch musste damals fliegen lernen, um in die Himmelswohnung zu gelangen. Jetzt muss sie die Flügel erneut ausfahren, zusammen mit der Palettenkücheninsel, die ich vor gut einem halben Jahr in meine Küche hineingebaut habe.
Derlei Ästhetikschwergewichte haben leider auch auf dem Papier so ihre Masse und verlangen Sonderbehandlung. Aber wir schaffen das. Das schaffen wir auch noch.
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Seit ich mich am Freitag in der aktuellen Ausgabe der Shape als fleischlose Pflanze wieder entdeckt habe, ist mein Appetit auf Gegrilltes unerträglich groß. Gegrilltes Fleischliches, um genauer zu sein. Schöne Röstaromen, Schenkel, die man abnagen kann, etwas zum lustvollen Kauen und Nachschwelgen. Hmmm! Ich hoffe, jetzt nicht allen vegetarischen Lesern auf die Füße getreten zu sein, aber das ist nun mal die einzig richtige Wahrheit. Auch wenn die nette Redakteurin mich – neben Yotam Ottolenghi, Nicole Just und Attila Hildmann (!!!) – zur kreativen Gemüseköchin gekrönt hat, habe ich auch noch eine andere, dunkle, fleischfressende Seite. In mir steckt nur zu 80% ein Vegetarier, die restlichen 20% fordern ihren verdienten Anteil Fleisch.
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Meine Tage in Göttingen und in meinem alten Job neigen sich allmählich dem Ende zu. Auch wenn meine Vorfreude auf Köln mir täglich das Blut in die Wangen schießen lässt, gibt es natürlich ein paar Dinge, die ich sehr vermissen werde. Lieb gewonnene Kollegen allem voran, die üblichen Scherze und Insiderwitze, die sich in zwei Jahren so einschleichen. Das Vertrautheitsgefühl, um das man anfangs ringt und das man später kaum mehr zur Kenntnis nimmt, weil es sich wie warme Béchamelsauce eine warme Decke über bestimmte Handgriffe und Abläufe und Denkmechanismen gelegt hat. Die überaus fotogene Laderampe mit ihrer cleanen, coolen Industrieoptik, die mir in all der Zeit als Foto-Untergrund treu zur Seite stand.
Und natürlich den Büffelricotta und die vielen leckeren Tomatensughi und die beste Pasta aller Zeiten und die Olivenöle und so weiter.
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Mein überbordender Appetit nach Puntarelle trieb in den letzten Wochen bisweilen seltsame Blüten. Nicht nur, dass ich anfing, Göttingen systematisch nach Cicoria cimata zu durchkämmen und meine sporadischen Funde mit lautem Jubelschrei auf alle Kanäle zu speisen, ich träumte auch nachts weiter von den knackigen, daumendicken Sprossen und hätte mir am nächsten Morgen am liebsten Anchovissauce aufs Frühstücksbrötchen geschmiert. Der Umstand, dass sich die Saison für dieses mein absolutes Lieblingsgemüse allmählich dem Ende zuneigt und die Jagd nach Puntarelle jener nach dem grünen Diamanten gleich, tat sein Übriges. Man begehrt ja bekanntlich immer das am meisten, was man nicht (mehr) haben kann.

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Was geschah also mit den Orangen, nachdem sie ihrer köstlichen Schale beraubt waren? Ihr erinnert euch, die Orangetten in Zartbitterschokolade. Da bleibt durchaus eine beachtliche Menge an Orangenfruchtfleisch übrig, die man natürlich nicht alle selbst (oder zumindest nicht alle auf einmal) verspeisen kann. Die in Fahrt gekommene und zitrusfruchtinfizierte Küchenakrobatin macht sich also auf die Suche nach ihrem Kupfertopf und ran an die Marmelade. Aber weil sie noch nie in ihrem Leben Orangenmarmelade gekocht hat, sucht sie sich vorab ein Rezept. Und findet viele. Und schustert sich aus allen Varianten eines zusammen, das für sie und ihre süßen Früchtchen gerade richtig ist und sich stimmig anfühlt und in den Feierabend und die Wochenendplanung passt.

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Süßigkeiten sind nicht meine größte Leidenschaft, ich tausche das Dessert oft und gerne gegen einen Käseteller und eine Handvoll Walnüsse. Manchmal auch gegen ein letztes Glas Wein. Für die Kombination aus dunkler Schokolade und kandierten Früchten allerdings würde ich töten. Zumindest das Sandmännchen. Orangetten selbst herzustellen verlangt gewisse Opfer, ein paar ruhige Stunden des Wochenendes oder eine Nachtschicht. Nachtschicht mit Kuvertüre. Statt einer Mütze Schlaf gab es also eine Wagenladung sizilianische Orangen. Die zu verarbeiten ist allerdings absolut meditativ.

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Eigentlich wollte ich am Wochenende ja in den Harz fahren. Tatsächlich lag ich den zweiten Sonntag in Folge mit Wärmflasche an den kritischen Stellen und Taschentuchinstallation zu meinen Füßen auf der Couch und habe mich vollständig auskuriert. Alternativ, oder sagen wir als Ersatzbefriedigung, von Schneeballschlachten geträumt und in Winterwonderland-Bildern gestöbert. Jenen von letztem Jahr. Nein, ich meine nicht Winter 2014. Ich meine November 2013! Immer wieder schockierend überraschend, was sich so an jungfräulichem Bildmaterial und unverbloggten Geschichten in meinem „To Blog“-Ordner findet.

Das hier zum Beispiel: Fragmente eines Wochenendes in Lermoos. Tirol. Mit Zugspitz-Panorama und Märchenbuchszenerie. Nur der Kerl und ich und eine dick bepuderzuckerte Welt und deren eigentümliche Stille. Vielleicht habe ich nie etwas dazu oder darüber geschrieben, weil man solche Bilder eher andächtig schweigend genießt.

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… und in meinem Saft ist alles, was mein angeschlagenes Immunsystem gerade braucht, um wieder auf Touren zu kommen. Über eine Woche lag ich flach, mit allem, was man sich derzeit so an Viren und Bazillen und miesem Karma einfangen kann. Wobei, von miesem Karma kann hier eigentlich nicht die Rede sein, im Gegenteil. Gerade läuft es (endlich!) wie geschmiert, der Knoten scheint geplatzt zu sein, ich stehe in den Startlöchern für ein neues Abenteuer, in einer neuen Stadt, mit funkelniegelnagelneuen Plänen.

Erstaunlich, wie eine Veränderung oft die nächste nach sich zieht, wie schnell sich Knoten lösen und neue Kräfte auftun können. Und wie der Körper nimmt und gibt, sich seine Auszeit holt. Und Herr und Meister ist.
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Jedes Jahr, von Januar bis Anfang März, tritt die Zitronatzitrone ihren Weg über die Alpen an – und wandert direkt in meine Küche. Von dort aus in mein Herz. Der Weg ist lang, sie startet in Sizilien oder Kampanien, wo sogar ein ganzer Küstenabschnitt, die Costa dei Cedri, nach ihr benannt ist. Die Früchte für diese nette, kleine Vorspeise dagegen stammen von der Amalfiküste. Oder besser gesagt: Diese Frucht, es war nämlich nur eine. „Damals“, im März anno 2104, bin ich auf die wohl größte Cedro meines Lebens gestoßen, in einer kleinen Bar direkt an der Piazza von Agropoli. Mitten im Herzen des Cilento. War natürlich Liebe auf den ersten Blick.

Da gibt es dieses Beweisfoto, das mich immer wieder zum Schmunzeln bringt. 

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