Es müsste hier, zuallererst, jetzt wohl ein mit Bedacht formulierter Comeback-Text stehen. Ein kleines „Pardon“ für die lange Sendepause, oder, besser noch, ein hübscher Erklärungsansatz, zu dem ich mich wortreich aufschwinge. Der mein Fortbleiben und die Stille hier auf dem Blog zu rechtfertigen versucht. Und dann in einem Rutsch die Erlebnisse, Gedanken und Gerichte der letzten Monate in sinnvoll verdichteter Form zusammenfasst. Ich habe es ziemlich oft probiert, in Abendstunden, an Sonntagvormittagen, in den seltenen Momenten der Ruhe, mich bemüht, die Rückkehr so lässig wie möglich zu gestalten und mir nicht den Kopf über jedes einzelne Wort zu zerbrechen. Überhaupt: Die Worte wieder zu finden. Aber sie wollten sich einfach nicht richtig anfühlen, Woche für Woche, Monat für Monat, vom Herbst über den Winter bis in den Frühling hinein. Und jetzt ist es Juni. Wenn ich es heute schaffe, diese alte Möhre von Blog endlich wiederzubeleben und auf den „Veröffentlichen“-Knopf zu drücken, werde ich mir ein Glas Wein einschenken und mir selbst zuprosten.
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Morgen um diese Zeit sitze ich immer noch am Istanbuler Flughafen und werde mich wahrscheinlich, völlig erschöpft in ein ausgetrocknetes Käsebrot beissend und die Minuten bis zum Weiterflug zählend, für diese dämliche Idee verfluchen. Wer zum Teufel fliegt denn auch zehn verdammte Stunden von München via Türkei nach Tel Aviv, Check-In und Durchcheck-Zeiten noch nicht eingerechnet? Also, naja, ich. Aber das ist jetzt egal. Was zählt, ist das Ziel.

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Ich weiß ja nicht, wie es euch so geht, aber ich habe eindeutig Hunger. Auf Herbstliches, auf Warmes, vor allem aber: auf viel!
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Es knirscht zwischen meinen Zähnen, es knarzt zwischen meinen Kiemen, es kribbelt in meiner Nase – was mag das sein?
Ach herrje, ich hab die Pilze nicht richtig geputzt!
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Lust und Laster: Lavendel-Pinienkern-Tarte


Irgendwann habe ich hier mal meine Pinienkernbeichte abgelegt und mich als Süchtige geoutet. Obsessionen kommen und gehen bei mir in regelmäßigen Abständen, aber diese eine (von vielen) ist mir definitiv geblieben: Ohne Pinienkerne geht bei mir keine Woche rum. Ich habe allerdings aufgehört, mich dafür zu schämen, schließlich machen sie mich glücklich – und gehören somit ebenso wie Rotwein, Kaffee und Schokolade zu den höchst gesundheitsfördernden Lebensmitteln.

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Für ein Picknick ist es jetzt eigentlich schon wieder zu kalt und grau, aber letzte Woche, als der Startschuss für Runde drei von „Post aus meiner Küche“ fiel, sah das Wetter noch ganz anders aus. Bis zum Mittwoch zumindest, hier in München jedenfalls. Aber man kann ja auch eine Wolldecke auf den Wohnzimmerdielen ausbreiten und ein paar frühherbstliche Blätterhäufchen um das Bodenbüffet arrangieren.
Für den Moment zumindest, bis der Indian Summer kommt jedenfalls.
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Astronomisch gesehen ist der Sommer ja noch ein Weilchen bei uns zuhause. Kulinarisch gesehen dürfen wir ihm also ruhig noch mal auf die Pelle rücken. Obwohl der Herbst meine liebste Jahreszeit ist und mir beim Gedanken an Kürbissuppe, Steinpilzsoufflé und gegrilltem Radicchio schon das Wasser im Mund zusammenläuft, bin ich doch immer etwas wehmütig, wenn sich die warme Jahreszeit langsam verabschiedet. Vielleicht hatte ich in diesem Jahr auch einfach zu wenig Sonnenschein (und Momente, in denen mir das Wasser den Rücken herunterlief).
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„Und jetzt bitte noch ein Stückchen Kuchen“, sagt mein Bauch in letzter Zeit oft mit quengeliger Stimme zu mir. Dass er gerade erst vor ein paar Stunden seine Zuckerration bekommen hat, will er natürlich nicht gelten lassen, genauso wenig wie sein bester Kumpel, der Milchkaffee, der, aus seiner dicken Schaummütze blinzelnd, schon ganz ungeduldig nach einem süßen Partner Ausschau hält.

Was soll man da nur machen? Sind sie zu stark, bin ich einfach zu schwach.
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Gibt es eigentlich noch gute Radieschen? Es MUSS noch gute Radieschen geben. Letzte Woche gab es sie jedenfalls noch und ich konnte endlich das ach-so-leckere Radieschengrünpesto wiederholen, in das ich mich im Mai so verschossen habe. Dann kam der Juni, danach der Juli … und irgendwie blieb es immer ungepostet. Jetzt, mit der neuen Knipse im Anschlag, kann ich schlecht das olle Foto von damals veröffentlichen: Ich bin ja so schrecklich „picky“ geworden.
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Bei meiner letzten Marmeladenproduktion ist mir doch glatt der Löffel aus der Hand gefallen: Vielleicht war es doch eine Spur zu viel Chili für die Tomaten-Chili-Konfitüre? Ach, was soll’s, ist es eben eine Chili-Tomaten-Konfitüre. Im fruchtigen Nektarinen-Tomaten-Salat mit Ziegenfrischkäse geht die Schärfe ohnehin ein bisschen flöten … Oder ist es vielleicht doch eher ein Tomaten-Nektarinen-Salat?
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